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Bibelwissenschaftler Franz Mußner im Alter von 100 Jahren gestorben

Im Alter von 100 Jahren ist der katholische Theologieprofessor und Bibelwissenschaftler Franz Mußner gestorben. Wie das Bistum Passau am Freitag mitteilte, starb der älteste Priester in der Diözese Passau am Donnerstag in einem Caritas-Seniorenheim. Bischof Stefan Oster würdigte den Verstorbenen als einen der wichtigsten deutschsprachigen Bibelforscher der nachkonziliaren Ära sowie Mittler zwischen Christentum und Judentum.

Kriegserfahrungen und Nationalsozialismus hätten Mußner "hellsichtig" gemacht für den Völkermord an den Juden, hieß es. Für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog und sein Buch "Traktat über die Juden" erhielt er 1985 die Buber-Rosenzweig-Medaille. Zudem war er Berater der Ökumene-Kommission der Deutschen katholischen Bischofskonferenz.

Der 1916 in Feichten an der Alz geborene Mußner lehrte als Neutestamentler an der Universität Regensburg (1965-1981) und war Ehrendoktor der Universität Passau. Er wurde im April 1945 in Passau zum Priester geweiht, promovierte 1952 in München und war danach zwölf Jahre Professor in Trier. In Passau wurde Mußner 1978 zum Berater des Bischofs berufen und blieb es bis 1987. Der frühere Papst Benedikt XVI., der eng mit dem Dogmatikprofessor befreundet war, verlieh ihm für sein theologischen Wirken den Ehrentitel Apostolischer Protonotar.