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Berliner Diakonie fordert Diakoniewerk Bethel zum Austritt auf

Der Berliner Diakonie-Dachverband hat das wegen fragwürdigen Umgangs mit den eigenen Finanzen in die Kritik geratene Diakoniewerk Bethel zum Austritt aufgefordert. Eine Frist, die der Dachverband zur Klärung von Vorwürfen und für Änderungen der Aufsichtsstrukturen des evangelisch-freikirchlichen Trägers Mitte Juli gesetzt hatte, sei am Montag ergebnislos abgelaufen, teilte das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstag in Berlin mit.

Bis Montag hätte zumindest eine Absichtserklärung des Diakoniewerks Bethel eingehen müssen, dass Änderungen angestrebt werden, hieß es: "Da das mit dem Ablauf des 31.7. nicht geschehen ist, gehen wir davon aus, dass das Diakoniewerk Bethel gGmbH selber die Konsequenz zieht und seine Mitgliedschaft beendet."

Wenn es beim Diakoniewerk Bethel, das nichts mit den bekannteren Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zu tun hat, auch weiterhin keine inhaltliche Rückmeldung zu den Vorwürfen gebe, "sehen wir uns gezwungen, unser zuständiges Vereinsorgan mit dem Vorgang zu befassen", betonte der Diakonie-Dachverband. Für Ausschlussverfahren ist der Diakonische Rat der Berliner Diakonie zuständig. Dieser werde sich in seiner nächsten Sitzung nach der Sommerpause mit dem weiteren Vorgehen befassen.

Sollte es bis dahin kein Einlenken des Sozialträgers geben, könne der Diakonische Rat den Vorstand der Berliner Diakonie damit beauftragen, den Ausschluss des Trägers vorzubereiten, hieß es weiter. In der darauffolgenden Sitzung könnte der Diakonische Rat dann den Ausschluss des Diakoniewerks Bethel beschließen. Der Diakonische Rat kommt im September zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen.

Das Diakoniewerk Bethel steht nach Berichten über mögliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Kritik. Der Sozialträger sollte nach dem Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten bis spätestens Montag unter anderem einen Wirtschaftsprüferbericht beim Berliner Diakonie-Dachverband vorlegen. Außerdem sollte das Diakoniewerk Bethel unter anderem erklären, die Aufsichtsstrukturen künftig den üblichen Vorgaben anzupassen.

Das Diakoniewerk Bethel soll deutschlandweit rund 1.700 Mitarbeitende in 13 Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen beschäftigen. In Berlin betreibt der Sozialträger unter anderem ein Krankenhaus. Der Vorstand Karl Behle soll Medienrecherchen zufolge durch Satzungsänderungen vor einigen Jahren die Kontrolle über den Träger übernommen haben, sein Jahresgehalt soll mit mehr als 700.000 Euro fast das Zehnfache dessen betragen, das Diakoniechefs nach Tarif zustehe, hieß es.