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Bericht: Bistümer zahlen 6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer

Die Bistümer in Deutschland haben einem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen fünf Jahren mehr als 6,4 Millionen Euro an Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt. Die Summe wurde an mehr als 1.000 Antragssteller ausgezahlt, die sich zur Anerkennung des erlittenen Leids an die katholische Kirche gewandt hatten, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage unter den 27 Diözesen berichtet. Neben reinen Geldzahlungen beinhalte die Summe auch Kostenübernahmen für psychologische Behandlungen.

Die vorgeworfenen Taten sind dem Bericht zufolge in aller Regel verjährt und liegen mehrere Jahrzehnte zurück. Viele der deutschlandweit mehr als 860 beschuldigten Geistlichen und Laien im Dienst der Kirche seien bereits gestorben. Nicht alle Bistümer hätten dazu allerdings Angaben gemacht.

Opfer sexuellen Missbrauchs bei der katholischen Kirche können seit 2011 einen Antrag auf Anerkennung des Leides stellen. Am häufigsten wurde die Leistung im Bistum Münster gefordert: Dort gingen nach Angaben der Pressestelle insgesamt 129 Anträge ein. 122 davon wurden anerkannt und 862.000 Euro ausgezahlt.