Die westlichen Gesellschaften sollten nach Ansicht des Beraters und Autors Olaf Georg Klein ihr Verständnis von Zeit überprüfen. Es sei nicht gut, immer stärker beschleunigt zu arbeiten und keine Pausen mehr zu machen, sagte Klein am Freitag in Ludwigsburg bei einem ökumenischen Dialogforum der Kirchen zum Thema Sonntagsschutz. Es sei heute nötig, wieder den Müßiggang zu entdecken, der keineswegs "aller Laster Anfang" sei, sondern bis zum Mittelalter bei den Philosophen als Ideal gegolten habe.
Die Kirchen forderte Klein auf, sich für den Sonntagsschutz einzusetzen. Es mache einen Unterschied, ob ein Arbeitnehmer am Mittwoch oder am Sonntag freihabe. Nur ein gemeinsamer freier Tag ermögliche es, sich dann auch mit Freunden zu treffen.
Der Stuttgarter evangelische Regionalbischof Ulrich Mack erinnerte daran, dass der Sonntagsschutz keine Idee des Industriezeitalters sei, sondern schon auf den biblischen Sabbat zurückgehe. Gott selbst habe am Ende der Schöpfung geruht - wenn Menschen sein Angebot zur Ruhe nicht annähmen, seien sie bald erschöpft. Sonn- und Feiertage seien "in Zeit geronnene Zuwendung Gottes", sagte der Theologe.
