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Benediktinermönch Anselm Grün: AfD entspricht Jesus überhaupt nicht

Der Benediktinerpater und Bestseller-Autor Anselm Grün hat eine Vereinnahmung christlicher Werte durch die AfD kritisiert. "Die versuchen es. Die entsprechen Jesus sicher ganz und gar nicht", sagte Grün der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Jesus sei kein Rassist gewesen und habe nicht verurteilt. Der Benendiktermönch betonte, Jesus lasse sich nicht vereinnahmen. "Niemand kann sagen: Wir vertreten Jesus und ihr nicht."

Keine Partei habe alle christlichen Werte im Programm, sagte der Benediktinermönch. "Obwohl die CDU und die SPD versuchen, sich ihnen anzunähern: Sie legen mittlerweile großen Wert auf die Erhaltung der Schöpfung, die Grünen tun das sowieso." Werte wie Freiheit und Gerechtigkeit seien sicher christliche: "Aber keine Partei könnte Jesus für sich in Anspruch nehmen, jede müsste sich dafür grundlegend wandeln."

Populist sei Jesus sicher nicht gewesen, betonte Grün: "Populisten verbiegen sich." Jesu habe hingegen die Wahrheit verkündet, ohne Rücksicht darauf, ob es den Leuten gepasst habe oder nicht. "Er hat dem Volk nicht aufs Maul geschaut. Das ist das Gegenteil von Populismus." Von ihm könnten Wahlkämpfer heute lernen, dass man authentisch anstatt populistisch sein müsse. "Dass man sich nicht verbiegen darf. Dass man den Menschen etwas zumuten muss." Auch müsse man auf die Menschen hören. Jesus habe sie eingeladen und fasziniert: "Mit Ängsten hat er nicht gearbeitet."