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Benedikt XVI. kritisiert "dummes Vorurteil" über Franziskus

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat seinen Nachfolger Franziskus gegen Kritik verteidigt. In einem am Montagabend veröffentlichten Brief an den Präfekten des vatikanischen Mediensekretariats, Dario Viganò, beklagte er ein "dummes Vorurteil, nach dem Papst Franziskus nur ein praktischer Mensch ohne besondere theologische und philosophische Bildung sei". Er selbst gelte in dieser Darstellung als "Theoretiker der Theologie, der wenig über das konkrete Leben des Christen von heute wusste".

Es bestehe vielmehr "bei allen Unterschieden im Stil und im Temperament eine innere Kontinuität zwischen beiden Pontifikaten", betonte Benedikt in dem Schreiben. Franziskus sei von einer umfassenden philosophischen und theologischen Bildung geprägt.

Benedikt äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung einer im Vatikanverlag erschienenen elfbändigen Buchreihe über die Theologie seines Nachfolgers, die Viganò in Rom vorstellte. Benedikt nahm damit erstmals Stellung in der Debatte um seinen Nachfolger. Konservative Kirchenkreise werfen Franziskus vor, mit seiner Öffnung gegenüber verheirateten Geschiedenen und Homosexuellen die Grenze zur Häresie überschritten zu haben.