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Begehbares Buch und Wolke voller Wünsche - Was ist die Weltausstellung Reformation?

Wittenberg ist eine Stadt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie darf sich Lutherstadt nennen. Denn Martin Luther hat hier gelebt und gearbeitet. 1517 tat er etwas, das ihn weltweit bekannt machte. Er heftete 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche der Stadt. Darin übte er Kritik an der katholischen Kirche. Später spaltete sich die Kirche daraufhin auf. Neben der katholischen Kirche gibt es jetzt auch die evangelische Kirche. Die kann in diesem Jahr ihren 500. Geburtstag feiern.

Auch mit der Weltausstellung Reformation soll das gemacht werden. Reformation steht für diese Erneuerung der Kirche. Die riesige Ausstellung wird an den Wallanlagen der Stadt aufgebaut. Vom 20. Mai bis 10. September sollen die Menschen sich dort umschauen und Erfahrungen sammeln können. Die Macher der Ausstellung haben sieben Torräume entwickelt, die die Menschen besuchen können.

Los geht es gleich am Hauptbahnhof. Dort entsteht der Torraum "Welcome" (auf Deutsch: Willkommen). Besucher der Stadt sollen eine Aussichtsplattform besteigen können. Sie sieht aus wie die Lutherbibel. Luther hatte die Bibel übersetzt. Alle Menschen sollten das wichtige Buch lesen können. Auf den Aussichtsturm sollen die Menschen mit einem Fahrstuhl gelangen. Oder sie nehmen die Treppe. Sind sie oben, können sie einen ersten Blick auf die Kirchtürme der Stadt sowie die Weltausstellung werfen und sich orientieren.

Und was erwartet die Besucher noch? Jedes Tor an den Wallanlagen hat einen bestimmten Themenbereich. Die Menschen sollen sich mit der Kirche, ihrem Glauben und den Problemen auf der Welt auseinandersetzen können. Dafür gibt es einen Garten voller Wege, einen See mit gestrandeten Schiffen und eine Wolke voller Gebete und Wünsche. Überall gibt es Informationen, Musikaufführungen, Theaterstücke, Vorträge und Diskussionen. Die Menschen sollen sich mit den Herausforderungen beschäftigen, die sich heute an uns stellen.

Für die "Weltausstellung Reformation" konnten Studenten Ideen einreichen. 21 Hochschulen machten mit. Acht durften schließlich loslegen und ihre Pläne umsetzen. Was sie sich ausgedacht haben, werden die Besucher in den kommenden Monaten sehen können.

Eine Besonderheit für Kinder und Jugendliche gibt es in dem Haus zu entdecken, in dem der Mönch Martin Luther gewohnt hat: eine Ausstellung zum Hören, Sehen, Riechen und sogar Mitmachen. Denn erst wer selbst ausprobiert, wie man früher Thesen gestempelt oder mit Münzen auf dem Markt gehandelt hat, der kann verstehen, in welcher Zeit dieser Luther gelebt hat. Immer dabei ist dessen Hund Tölpel, der durch die Stationen der Ausstellung "Der Mönch war's!" führt.