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Bedford-Strohm: Diakonie gehört zu einer Kirche mit Ausstrahlung

Der Einsatz für die Armen ist nach Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, eine Kernaufgabe der Kirche. Beim Gottesdienst zur Eröffnung der Konferenz Diakonie und Entwicklung unterstrich Bedford-Strohm am Mittwoch in Nürnberg, das evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung müsse in den Überlegungen "für eine profilierte und ausstrahlungsstarke Kirche" dazugehören.

Reichtum und Armut seien zu Zeiten Jesu genauso "eine Geschichte von Macht und Ohnmacht" gewesen wie heute, sagte der bayerische Landesbischof. Wer arm sei, erfahre die Ohnmacht, nicht das Nötige zum alltäglichen Leben zu haben, er erlebe ungerechte Arbeitsbedingungen und den Ausschluss aus der Gesellschaft.

Medien zeigten selten die aussagekräftigsten Bilder zu Armut, "weil sie nicht so spektakulär sind". Als Beispiel nannte der bayerische Landesbischof die Armut von Kindern, die nicht mit ihren Freunden ins Kino gehen können, weil die Eltern kein Geld haben. Bedford-Strohm mahnte, "innere und äußere Bilder über Armut" immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls neu auszurichten.

Die Sichtweise von Diakonie und "Brot für die Welt" habe sich allerdings verändert. "Wir sehen nicht mehr nur Opfer, um die man sich kümmern muss", sagte Bedford-Strohm. Heute sehe der Wohlfahrtsverband Menschen, "die befähigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen".

Bis diesen Donnerstag soll es bei der Konferenz in Nürnberg mit 112 Delegierten um Fragen der sozialen Sicherung gehen. Hintergrund dieses Themenschwerpunktes sei die Tatsache, dass rund 80 Prozent der Weltbevölkerung ohne Absicherung gegen Folgen von Krankheit, Alter oder Erwerbslosigkeit leben, teilte die Diakonie mit.