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Bündnisse gesellschaftlicher Organisationen

Für die "Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat", die an diesem Donnerstag in Berlin über ihre Ziele informieren will, gibt es bundesweit kein Vorbild. Das Bündnis umfasst zehn Organisationen und Verbände: Gewerkschaften, Arbeitgeber, die beiden großen Kirchen, den Zentralrat der Juden, den Koordinationsrat der Muslime, Wohlfahrtsverbände, den Deutschen Kulturrat, den Olympischen Sportbund und den Naturschutzring.

Allerdings haben sich in unterschiedlichen Bundesländern bereits Ende 2015 ähnliche Initiativen gebildet, die sich für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen einsetzen. In Niedersachsen steht hinter dem Aufruf "Niedersachsen packt an" ein offenes Bündnis, das neben dem Land die Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, das katholische Bistum Hildesheim, die Unternehmerverbände und die Gewerkschaften umfasst.

In Brandenburg rief Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine "breite Allianz aus der Mitte unseres Landes" ins Leben, um die Integration von Flüchtlingen zu unterstützen. Den Gründungsaufruf für das "Bündnis für Brandenburg" haben Repräsentanten aus Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmen unterzeichnet.

Von einem Bündnis aus Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und Migrantenorganisationen wird die bundesweite Interkulturelle Woche getragen, die seit 1975 jährlich im September stattfindet. Das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ist ein Ziel dieser Initiative, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie gestartet wurde und anfänglich "Woche des ausländischen Mitbürgers" hieß.

Auch beim Sonntagsschutz gab es in der Vergangenheit gesellschaftliche Bündnisse, etwa zwischen den Kirchen und den Gewerkschaften und dem Deutschen Kulturrat. 2006 gründete sich die bundesweite "Allianz für den freien Sonntag".

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck stand ein Transformationskongress, den der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Naturschutzring, die Hilfsaktion "Brot für die Welt", die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD im Jahr 2012 veranstalteten. Ziele waren ein gesellschaftlicher Dialog über nachhaltiges Wirtschaften und mehr Beteiligung der Zivilgesellschaft bei den Weichenstellungen für die Zukunft.