Erstmals seit ihrer Verabschiedung in den Ruhestand hat sich Altbischöfin Maria Jepsen (67) zu den Missbrauchsfällen in Ahrensburg bei Hamburg geäußert. Auch wenn es keinen wirklichen Schlussstrich geben könne, sollten die Verantwortlichen doch zumindest einen "vorläufigen Abschluss" anstreben, schreibt Jepsen in einem Beitrag für die in Hamburg und Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung". Notwendig seien Entschädigungen, Hilfestellungen und Klarstellungen.
Jepsen, 1992 zur weltweit ersten lutherischen Bischöfin gewählt, hatte am 16. Juli 2010 überraschend ihren Rücktritt angekündigt, knapp zwei Jahre vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Im Zusammenhang mit dem Fall von sexuellem Missbrauch in Nordelbien habe man ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt und ihr Untätigkeit unterstellt, erklärte sie damals. Am 17. Juni 2011 wurde Kirsten Fehrs zu ihrer Nachfolgerin gewählt.
Dringend notwendig sei eine "echte und anhaltende Zuwendung" der offiziellen Kirche zu den Missbrauchsopfern, schreibt Jepsen weiter. Dies seien vor allem die missbrauchten Frauen und Männer. Zuwendung bräuchten aber auch die Pastoren und Mitarbeiter der betroffenen Gemeinde und die leitenden Geistlichen, die dafür einstehen mussten. Ihr Rücktritt im Juli 2010 sei "ein öffentliches Zeichen" gewesen, dass die Kirche die missbrauchten Frauen und Männer ernst nehme.
