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Abriss des Immerather Doms geht nach Protesten weiter

Nach den Protesten am Montag ist der Abriss des Immerather Doms im nordrhein-westfälischen Erkelenz am Dienstag wie geplant fortgesetzt worden. Im Laufe des Tages würden die beiden charakteristischen Türme der Kirche fallen, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE in Essen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bis zum Abend werde das Gebäude voraussichtlich komplett abgerissen sein. Es werde drei Wochen dauern, bis die Schuttberge abgetragen und die Arbeiten komplett abgeschlossen sind.

Die entwidmete katholische Kirche St. Lambertus, die im Volksmund Immerather Dom genannt wird, muss wie der gesamte Erkelenzer Ortsteil Immerath dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen. Der letzte Gottesdienst wurde dort im Jahr 2013 gefeiert. Der Beginn der Abrissarbeiten hatte sich am Montag durch eine Protestaktion von Greenpeace um mehrere Stunden verzögert. Am Dienstag gab es keine weiteren Proteste, wie eine Sprecherin der Polizei Heinsberg dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Bei den Protesten waren elf Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Nach Polizeiangaben wird unter anderem wegen Hausfriedensbruch gegen sie ermittelt. Das Baugelände ist im Besitz von RWE. Drei Aktivisten waren in die Kirche geklettert und hatten an der Fassade ein Banner mit der Aufschrift "Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen" heruntergelassen. Drei weitere Demonstranten hatten sich an einen Abrissbagger gekettet. Als die Aktivisten auf das mit Bauzäunen abgesperrte Gelände eindrangen, wurden zwei von ihnen und zwei RWE-Mitarbeiter leicht verletzt.

Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters hatte am Montag erklärt, für den Klimaschutz sei der Kohleausstieg unvermeidbar. "Deshalb fordern wir einen Stopp der Abrissarbeiten, bis die kommende Bundesregierung über die künftige deutsche Energiepolitik entschieden hat." Greenpeace forderte einen schrittweisen, sozialverträglichen Kohleausstieg bis 2030.