Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
95 Thesen an der Schlosskirche

Martin Luther begann seine Thesen mit einem Aufruf. Er lud die Menschen ein, sich mit ihm auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Die Menschen sollten mitdiskutieren. Wer nicht vor Ort war, sollte seine Meinung aufschreiben.

Schon in der ersten These steckt viel von dem, worum es Martin Luther ging. Er hatte die Bibel genau studiert. Er wollte wissen, wie die Menschen mit ihren Sünden umgehen sollten. Nicht jeder lebt vorbildlich. Immer wieder machen Kinder und Erwachsene Dinge, die nicht richtig sind. Die katholische Kirche lehrte damals, dass die Menschen sich mit Ablassbriefen reinwaschen könnten. Wer sie kaufte, dem wurden seine Sünden vergeben. Martin Luther meinte, dass dies nicht stimmen kann. Denn in der Bibel steht, dass Jesus zu den Menschen sagt, sie sollen Buße tun. Dies geht aber nicht, indem man Geld auf den Tisch legt. Buße tun heißt: Die Menschen sollen innehalten. Sie sollen sich und andere wahrnehmen und über ihr Tun nachdenken.

Martin Luther glaubte, dass jeder Christ seine Schuld erlassen bekommt, wenn er denn wirklich bereut. Dafür braucht es keine Ablassbriefe. Er war nicht dagegen, dass die Menschen sich einem Priester anvertrauen. Sie können ihm erzählen, was sie getan haben und warum sie glauben, dass das Unrecht war. Die Menschen können dann beten oder pilgern, um auf den rechten Pfad zu kommen. Die Kirche darf ihnen Vorschläge machen. Geld nehmen, um Sünden zu vergeben, das sollte sie nicht, meinte Martin Luther.

Er war tief davon überzeugt, dass Gott die Menschen ohne Gegenleistung liebt. Sie müssen nichts Bestimmtes tun und auch kein Geld zahlen. Jeder kann auch so mit ihm ins Reine kommen. Gott schenkt uns seine Liebe. Wir brauchen sie nur anzunehmen.

Martin Luther macht mit seinen Thesen klar, dass die Ablassbriefe sich Menschen ausgedacht hatten. Er war wütend, wie sehr besonders arme Menschen in Angst und Schrecken versetzt wurden. Geldeintreiber der Kirche erzählten ihnen, sie würden im Fegefeuer landen, wenn sie nicht zahlen. Selbst für bereits Verstorbene sollte Geld gezahlt werden, um ihre Seele noch zu retten. Martin Luther machte klar, dass all das nicht stimmen kann. Nach seiner Überzeugung bitten wir Gott selbst um die Vergebung unserer Sünden.

Jedes Jahr am 31. Oktober erinnern sich die Menschen daran, dass Martin Luther mit den Thesen für große Veränderungen gesorgt hatte. Neben der katholischen Kirche gibt es nun auch die evangelische Kirche. Wegen des damaligen Protests nennen sich ihre Mitglieder auch Protestanten.