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  Experten sehen Nachbesserungsbedarf beim KiBiz

Düsseldorf (epd). Nach Überzeugung von Sachverständigen gibt es bei der Integration von Kindern mit Behinderungen in Regelkindergärten Nachbesserungsbedarf im NRW-Kinderbildungsgesetz (KiBiz). Bei einer Anhörung im Landtagsausschuss in Düsseldorf erklärte Christian Schumacher vom Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln am Donnerstag, das KiBiz stelle eine angemessene Förderung und Betreuung von Kindern mit Behinderung nicht sicher. Erforderlich seien zusätzliche Mittel überörtlicher Träger der Sozialhilfe, um die aufwendige Betreuungsarbeit für diese Kinder zu finanzieren. Auch die erhöhten Betreuungs-Pauschalen reichten besonders bei Kindern mit komplexen Behinderungen nicht aus, bedauerte Schumacher.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, kritisierte, dass die Bedingungen für die Förderung behinderter Kinder in den Regeleinrichtungen nicht verbessert wurden. Für die notwendige Einstellung qualifizierter Sozialpädagogen hätten die Kindertagesstätten aus den KiBiz-Mitteln keine zusätzlichen Gelder erhalten. Angesichts des "leer gefegten" Arbeitsmarkts sei die Politik außerdem gefordert, eine konzertierte Qualifikationsoffensive zu starten und zu finanzieren.

Ehrmann bemängelte weiter, dass der Behinderungsbegriff zu undifferenziert verwendet werde. "Gerade die Vielfalt der in Verhaltensauffälligkeit gipfelnden Behinderungen wird nicht ausreichend berücksichtigt." Bei weitem nicht alle Jugendämter hätten einen kinderpsychiatrischen Dienst, der in der Lage sei, eine genaue Diagnose zu erstellen, sagte der Experte weiter.

Rainer Strätz vom Sozialpädagogischen Institut der Fachhochschule Köln kritisierte, dass die Berechnungsgrundlage nicht nach dem Alter der Kinder differenziert wird. "Kinder unter drei Jahren mit Behinderung sind im KiBiz übersehen worden", sagte der Wissenschaftler.

Marita Haude von der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW wies darauf hin, dass es hinsichtlich der Finanzierung und der therapeutischen Leistungen immer noch Unterschiede zwischen Einrichtungen im Rheinland und in Westfalen gebe. Nach Angaben des Ausschusses steigt die Zahl der Kinder mit Behinderung, die in den Kindertageseinrichtungen in NRW betreut werden, stetig an. Im Jahr 2008/2009 waren es an Rhein und Ruhr 11.666, im Jahr 2009/2010 bereits 13.685 Kinder.

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