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  Handwerks-Präsident fordert Rückbesinnung auf soziale Marktwirtschaft

Düsseldorf (epd). Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, fordert eine Rückbesinnung auf die Werte der sozialen Marktwirtschaft. "Wir müssen wieder zu einer Sozialen Marktwirtschaft zurückfinden, die diesen Namen auch verdient", sagte Kentzler in einem epd-Gespräch im Vorfeld des "Kongresses christlicher Führungskräfte" kommende Woche in Düsseldorf. Soziale Verträglichkeit und wirtschaftliches Handeln müssten gleichermaßen gesichert sein.

Auch christliche Unternehmer seien letztlich den Mechanismen des Marktes ausgesetzt und könnten sie nicht einfach ignorieren, sagte der 67-jährige katholische Unternehmer. Allerdings könnten ein christliches Menschenbild und die Einhaltung der biblischen Gebote Unternehmen bei der Bewältigung schwieriger Situationen helfen. "In existenziellen Krisen werden nach christlichen Werten geführte Unternehmen eher einen Weg finden, die vielfältigen Konflikte zu lösen", betonte Kentzler. Das sei umso eher möglich, wenn sich die gesamte Gesellschaft wieder mehr auf Bodenständigkeit und die gegenseitige Verantwortung für den Nächsten besinne.

Als Führungskraft gehöre für ihn partnerschaftliches Verhalten zu den wichtigsten Werten, sagte Kentzler. "Unternehmer und Mitarbeiter müssen sich aufeinander verlassen können." Sonst sei ein Betrieb angesichts des großen Wettbewerbsdrucks nicht erfolgreich. Nur wer als Führungskraft seine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern wahrnehme, könne im Gegenzug auch motivierte Arbeit von ihnen erwarten.

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat nach Einschätzung des ZDH-Präsidenten den Anstoß für ein Umdenken in der Gesellschaft gegeben. Wertorientiertes Handeln werde wieder stärker in den Vordergrund rücken. "Ich glaube, dass alle zumindest in den kommenden Jahren solche Auswüchse nicht mehr zulassen werden", sagte Kentzler. Veranstaltungen wie der christliche Führungskräfte-Kongress könnten dazu beitragen, dieser Diskussion eine neue Richtung zu geben. "Wir müssen versuchen, im Großen wie im Kleinen einen Beitrag dazu zu leisten, dass Werte wieder selbstverständlicher gelebt werden, in allen Bereichen."

Zu dem Kongress unter der Überschrift "Mit Werten in Führung gehen" werden von Donnerstag bis Samstag kommender Woche bis zu 4.000 Teilnehmer und rund 200 Aussteller in der Düsseldorfer Messe erwartet. In Vorträgen, Seminaren und Diskussionen geht es vor allem um Fragen von Wirtschaft und Ethik. Der überkonfessionelle Kongress findet alle zwei Jahre statt. Er wird getragen von einer Allianz aus Unternehmerverbänden und kirchlichen Werken.

epd-West meu igl





 
 

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