In einer gemeinsamen Erklärung haben NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Religionsvertreter die bleibende Verpflichtung Deutschlands betont, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Das Unfassbare verliere weder mit den Jahren noch durch die kleiner werdende Zahl der Zeitzeugen an Bedeutung, sagte Rüttgers am Sonntag bei der Unterzeichnung in Düsseldorf. Weitere Unterzeichner sind die Jüdischen Landesverbände, der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland, evangelische und katholische Kirchen sowie Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften.Die gemeinsame Erklärung betont, dass allen Bestrebungen entschieden entgegengetreten werden müsse, mit denen die Ereignisse des Nationalsozialismus verharmlost und das Erinnern an sie verdrängt werde. Diese Verpflichtung gelte besonders in einem von Zuwanderung geprägten Deutschland, hieß es. Nie wieder dürften Menschen aufgrund zugeschriebener oder tatsächlicher Merkmale diskriminiert oder verfolgt werden.
Rüttgers würdigte bei der Unterzeichnung, dass Juden in Deutschland wieder einen Neuanfang gewagt hätten. Zudem hätten sie beim Wiederaufbau eines Landes mitgeholfen, das politisch, sozial und vor allem moralisch zerstört gewesen sei. Heute dürfe man auch den Mut haben, auf das zu blicken, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entstanden sei. Das Manifest wurde im Anschluss an einen Festakt im Landtag und einer Kranzniederlegung an der Alten Synagoge in Düsseldorf unterzeichnet.
epd-West spi