Der Vorsitzende der Stiftung für Integration in NRW, Klaus Lefringhausen, hat sich am Donnerstag in Düsseldorf für eine Weltpolitik der Würde ausgesprochen. Auf einer Veranstaltung der Stiftung zum Thema "Wirtschaften im Spannungsfeld der Kulturen" sagte der frühere Integrationsbeauftragte der NRW-Landesregierung, Zuwanderer hätten als "Grenzgänger zwischen den Kulturen" eine besondere Kompetenz. Für einen Grundkonsens einer interkulturellen Wirtschaftsethik sei mehr nötig, als sich auf einen Ordnungsrahmen für die Weltwirtschaft mit sozial-ökologischen Akzenten zu verständigen.Zum Auftakt eines auf drei Jahre angelegten Dialogprogramms sei eine interkulturelle Debatte notwendig, die "erfahrungs-, aufgaben- und ergebnisorientiert geführt" werden müsse und "Brücken des Vertrauens" schlage, sagte Lefringhausen. Auf jeden Fall müsse verhindert werden, dass Kulturwissen "nur der Verhandlungs- und Durchsetzungstaktik" dient. Aladdin Sarhan von der Universität Erfurt sagte, um Komptenzen von Migranten nutzen zu können, sei der respektvolle Umgang mit anderen Kulturen für eine Wirtschaftsethik unerlässlich, wenn sie sich rechnen soll. Kulturwissen sei notwendig, um mit kulturellen Unterschieden kreativ umzugehen und etwa kulturgeprägte Ehrbegriffe, Zeithorizonte, Verhandlungsstile und Planungsmentalitäten richtig erkennen zu können.
Für den Herbst dieses Jahres ist nach Angaben des Stiftungsvorsitzenden eine Konferenz über das innerbetriebliche Miteinander der Kulturen vorgesehen. Partner bei der Begegnungsarbeit seien unter anderem das Europäische Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung, das DGB-Bildungswerk sowie das Kulturwissenschaftliche Institut Essen. Zudem gibt es im Internet ein auf drei Jahre angelegte Online-Debatte in englischer, deutscher und arabischer Sprache. Geplant ist weiter, die "interkulturellen Erfahrungen der Zugewanderten und Zweiheimischen" verstärkt zu nutzen.
Internet: www.inter-eco.de
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