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  Abschiebehäftlinge in Büren im Hungerstreik

Büren (epd). Im bundesweit größten Abschiebegefängnis in Büren sind mehrere Inhaftierte in den Hungerstreik getreten. Ihr Ziel sei die sofortige Freilassung aller Abschiebehäftlinge in Deutschland, erklärte der Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft" am Mittwoch in Büren. Die Angaben über die Zahl der Hungerstreikenden klaffen dabei auseinander: Während die Menschenrechtsinitiative von 60 Inhaftierten sprach, bestätigte die Anstaltsleitung der JVA aktuell nur noch einen Fall.

Von Sonntag bis Dienstag seien noch fünf Inhaftierte unterschiedlicher nationaler Herkunft im Hungerstreik gewesen, sagte Anstaltsleiter Volker Strohmeyer dem epd. Davon sei ein Mann übrig geblieben, der "zurzeit nicht an der Anstaltsverpflegung teilnimmt". Zwei der Betroffenen seien am Dienstagabend unter anderem wegen eines Formfehlers der zuständigen Ausländerbehörde entlassen worden, hieß es weiter. Zwei weitere hätten den Hungerstreik inzwischen abgebrochen.

In der JVA Büren nahe Paderborn sind zentral alle männlichen Abschiebegefangenen aus Nordrhein-Westfalen untergebracht. Zurzeit sind dort 137 Männer inhaftiert, denen die Abschiebung droht.

Der Bürener Verein gegen Abschiebehaft, der 2006 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, beklagte die unhaltbaren Zustände für Flüchtlinge in Deutschland. Das Abschiebesystem sei menschenverachtend, da es Asylsuchenden keine faire Chance gebe, kritisierte Sprecher Frank Göckel. Die Bundesrepublik habe sich durch die Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet, Flüchtlingen Asyl zu gewähren. Diese Verpflichtung werde jedoch durch die deutsche Gesetzgebung ad absurdum geführt, die zulasse, dass Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung in die Hoffnungslosigkeit abgeschoben werden.

JVA-Pfarrer Burkhard Schmidt sagte, er beobachte mit "Erschrecken, dass eine zunehmende Zahl von Vätern abgeschoben wird". Die betroffenen Männer, die entweder geschieden seien oder kurz vor ihrer Heirat stünden, würden aus ihrer familiären Verbindung gerissen. Bei Abschiebungen in afrikanische Länder wie den Kongo hätten sie kaum eine Chance, ihre Kinder wieder zu sehen. Hier werde gegen den gesetzlichen Schutz der Familie verstoßen, kritisierte der evangelische Theologe. Schmidt gründete 1999 mit dem JVA-Personal einen Gefangenen-Fürsorgeverein, der Häftlinge in besonderen Notlagen über Spenden unterstützt.



 
 

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