Der rheinische Diakonie-Direktor Uwe Becker hat die Politik aufgerufen, den Abbau von Schulden nicht zum alleinigen Ziel zu machen. Es gebe einen unverkennbaren Trend, "ohne Verstand" staatliche Sozialleistungen zu kürzen, beklagte Becker am Dienstag auf der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bonn. Die diakonischen Aktivitäten verlagerten sich zunehmend in Richtung elementarer Fürsorge.
In diesem Zusammenhang verwies Becker auf die rapide steigende Zahl von Tafeln, Kleiderbörsen und Möbellagern für Bedürftige. Dafür seien sich Kirche und Diakonie zwar nicht zu schade. "Diakoniepolitisch werden wir aber darauf zu achten haben, dass diese Arbeit nicht als soziale Befriedung einer völlig defizitären und daher anzuprangernden Sozialstaats-Praxis missverstanden werden kann", fügte der Vorsitzende der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW hinzu. (d52188/16.5.2006)