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  Ehemalige Heimkinder fordern 25 Milliarden Euro Entschädigung

Mainz/Hamburg (epd). Der Streit um eine Entschädigung für die Opfer der oft unmenschlichen Bedingungen in den Kinderheimen der frühen Bundesrepublik spitzt sich zu. Auf einer Versammlung in Mainz hätten die Mitglieder des Vereins ehemaliger Heimkinder die Einrichtung eines Entschädigungsfonds in Höhe von 25 Milliarden Euro gefordert, teilte der Hamburger Rechtsanwalt des Vereins, Gerrit Wilmans, am Dienstag mit. Außerdem müssten den ehemaligen Heimkindern die geleisteten Zwangsarbeiten bei der Rente angerechnet und die Behandlung der erlittenen Traumata verbessert werden.

"Auch wenn die Forderung auf den ersten Blick hoch erscheint, ist sie angesichts der großen Zahl der Betroffenen und der Schwere des erlittenen Unrechts, das ganze Biografien zerstört hat, maßvoll", heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Vereinsanwalts. Der Staat habe in den ersten Nachkriegsjahrzehnten seine Aufsichtspflicht "grob verletzt". Für die geforderten Entschädigungen seien jedoch in erster Linie die meist kirchlichen Träger der Kinderheime sowie die beteiligten Unternehmen verantwortlich, die von der Zwangsarbeit der Kinder profitiert hätten. Unmittelbar nach dem Ende der Vereinssitzung am Wochenende hatte der Vorstand noch jegliche Kommentare zu den Beschlüssen abgelehnt.

In den 50er und 60er Jahren wurden mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche oft aus nichtigem Anlass in überwiegend kirchliche Heime eingewiesen. Viele wurden geschlagen, gedemütigt, zur Arbeit gezwungen und sexuell misshandelt. Ein großer Teil der Opfer leidet bis heute unter den Folgen. Seit Anfang des Jahres berät ein Runder Tisch unter dem Vorsitz der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) darüber, ob und wie die ehemaligen Heimkinder entschädigt werden können. Mitte Juni soll in Berlin die dritte Sitzung des Gremiums stattfinden.

Die Arbeitsweise des Runden Tischs ist bei den Betroffenen vor allem umstritten, weil der Vereinsanwalt Wilmans und dessen Berater, der frühere Opferanwalt Michael Witti, nicht an den Sitzungen teilnehmen dürfen. Um ein größeres Echo für seine Positionen zu erreichen, hat der Verein ehemaliger Heimkinder inzwischen auch beschlossen, bei der Öffentlichkeitsarbeit künftig eng mit der kirchenkritischen Giordano Bruno Stiftung zusammenzuarbeiten.





 
 

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