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  "Zug der Erinnerung" kommt doch nach Berlin

Berlin (epd). Der "Zug der Erinnerung" kommt nun doch nach Berlin. Wie die Deutsche Bahn AG am Dienstag in Berlin mitteilte, könne der Zug im Bahnhof Grunewald halten. Zudem werde ein Halt in Spandau am Johannesstift realisiert. Eine Bestätigung seitens der Initiative stehe noch aus, sagte ein Bahnsprecher.

Nach Angaben der Initiative ist der Berlin-Aufenthalt der rollenden Ausstellung vom 8. bis 20. Mai geplant. Als weitere Stationen seien Bahnhöfe in Berlin-Mitte, Schöneweide und Ahrensfelde vorgesehen. "Auf keinem dieser Bahnhöfe hat die Deutsche Bahn AG bisher das Gedenken an die Opfer der 'Deutschen Reichsbahn' gestattet", so die Initiative. Die Bahn prüfe derzeit noch, ob dort ein Halt möglich sei, sagte der Bahnsprecher.

Gleichzeitig wies er die Behauptung zurück, die Deutsche Bahn AG habe ein Drehverbot für TV-Interviews über den "Zug der Erinnerung" an ihren Bahnhöfen verhängt. Nach Angaben der Initiative "Zug der Erinnerung" soll das Bahnunternehmen dem RBB am 3. Mai ein geplantes Interview auf dem Mahnmalgelände untersagt haben. "Das ist falsch", sagte der Bahnsprecher.

Die Initiative kündigte an, am Sonnabend auf dem früheren Deportationsbahnhof Berlin-Grunewald zum Tag der Kapitulation ein öffentliches Gedenken für die Opfer der Deportationen in der NS-Zeit abzuhalten. Dazu hätten auch viele Überlebende ihr Kommen zugesagt, sagte der Sprecher des "Zugs der Erinnerung", Hans-Rüdiger Minow.

Bereits 2008 gab es Auseinandersetzungen zwischen der Ausstellungsinitiative und der Deutschen Bahn. Damals schaltete sich unter anderem auch der frühere SPD-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in den Streit ein. Ein geplanter Stopp am Berliner Hauptbahnhof wurde von der Bahn trotzdem verhindert.

In den drei Waggons wird das Schicksal der deportierten Kinder von Juden, Roma und Sinti sowie anderer Opfergruppen vor allem anhand von Fotos und Briefen nachgezeichnet. Der "Zug der Erinnerung" machte nach eigenen Angaben seit Ende 2007 auf weit über 100 Stationen Halt und wurde von mehreren 100.000 Menschen besucht.

Internet: www.zug-der-erinnerung.eu (2328/04.05.2010)





 
 

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