Glücksspielsüchtige in Mecklenburg-Vorpommern können künftig im Internet Hilfe finden. Unter der Adresse www.gluecksspielsucht-mv.de sei ab sofort Beratung und Information auch online möglich, teilte die Landesstelle für Suchtfragen am Mittwoch in Schwerin mit. Das Internetportal sei Teil des seit Juli 2009 laufenden Projekts "Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung des pathologischen Glücksspiels", das vom Schweriner Gesundheitsministerium gefördert werde.Ziel des Projekts sei es, das Beratungsangebot zum Thema Glücksspielsucht zu verbessern und eine Online-Beratung aufzubauen. Studien zufolge gebe es in Deutschland zwischen 95.000 und 297.000 erwachsene Personen mit pathologischem Spielverhalten, hieß es. Übertragen auf Mecklenburg-Vorpommern seien demnach zwischen 1.800 und 5.650 Menschen betroffen.
Das Hauptproblem für pathologische Spieler stellten die sogenannten "Gerätespiele mit Gewinnmöglichkeit" in Spielhallen und Gaststätten dar, gefolgt vom Automatenspiel in Spielbanken und dem Spielangebot im Internet. Expertenangaben zufolge haben pathologische Glücksspieler in kurzer Zeit durchschnittlich 20.000 Euro Spielschulden. Übertragen auf Mecklenburg-Vorpommern wäre das eine Gesamtverschuldung durch Glücksspiel von 36 bis 113 Millionen Euro, hieß es. Von diesen Schulden sei in den meisten Fällen das gesamte soziale Umfeld des Glücksspielers betroffen.
Glücksspielsucht sei eine Krankheit, betont die Landesstelle. Die stark belastete finanzielle Situation verleite pathologische Glücksspieler oftmals, ihre Angehörigen und Freunde über ihre Spielsucht und das Ausmaß der Schulden zu belügen. Wegen mangelnder Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten infolge von Spielsucht komme es überdies oft zum Arbeitsplatzverlust. Folge seien häufig Stress, Depressionen sowie andere psychische und körperliche Krankheiten. Internet: www.gluecksspielsucht-mv.de (0560/03.02.2010)