Die mitteldeutsche Kirche (EKM) hält auch nach einem Treffen mit dem Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur "idea", Helmut Matthies, an der Kritik fest, die sie an der Annahme des Gerhard-Löwenthal-Preises geäußert hatte. Über die Entgegennahme der Auszeichnung der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" und "die damit verbundene Außenwirkung" bestehe weiterhin eine "unterschiedliche Einschätzung", betonte sie in einer am Donnerstag in Erfurt verbreiteten gemeinsamen Erklärung.Bei dem Gespräch im Erfurter Augustinerkloster sei aber Übereinstimmung darüber erzielt worden, dass christlicher Glaube mit Rechtsextremismus unvereinbar sei, betonten Landeskirche und "idea". Zudem liege es der mitteldeutschen Kirche fern, "idea" und Pfarrer Matthies "mit Rechtsextremismus zu identifizieren". Anlass der Unterredung war eine Pressemitteilung der EKM vom 28. Dezember.
Darin hatte Bildungsdezernent Christhard Wagner in Briefen an Matthies sowie dem Vorstandsvorsitzenden von "idea", Horst Marquardt, zur Rückgabe der Ehrung aufgefordert. Die Auszeichnung berge die Gefahr, "dass die Tabugrenze im Graubereich zum Rechtsextremismus weiter nach unten verschoben wird", erklärte Wagner damals. Mit der Annahme des Preises lasse Matthies, der den Preis Anfang Dezember erhalten hatte, "die gesamte Redaktion auf dem Grat zum rechtsextremen Milieu balancieren".
Wagner sagte am Donnerstag auf epd-Anfrage, die EKM vertrete weiter ihre Position, wie sie in der Pressemitteilung formuliert wurde. An dem Treffen in Erfurt nahmen den Angaben zufolge neben Marquardt, Matthies und Wagner auch Landesbischöfin Ilse Junkermann teil.
Die politische Haltung der Wochenzeitung "Junge Freiheit" ist umstritten. Einige Kritiker haben ihr eine Scharnierfunktion zwischen rechtskonservativem Milieu und Rechtsextremismus unterstellt, was von dem Blatt aber dementiert wird. (0345/21.01.2010)