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  Initiative: "Silver Surfer" sollen gegen Nazis aktiv werden
Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth beklagt "Aggressivität im Internet"


Berlin (epd). Die Amadeu-Antonio-Stiftung will ältere Menschen zum Engagement gegen Rechtsextremisten gewinnen. Dazu präsentierte Stiftungsvorsitzende Anetta Kahane am 3. Dezember in Berlin das Projekt "Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis".

Ziel des Projekts sei es, durch Workshops älteren Menschen das Internet näherzubringen, sie über aktuelle Formen des Rechtsextremismus aufzuklären und in Gegenstrategien zu schulen. Dazu gehörten Argumentations- und Moderatorentrainings sowie eine Einführung in die interaktiven Formen des Internets, seien es Foren, Chatrooms oder die Kommentarspalten von Online-Diensten.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung betreut seit Anfang 2009 das Onlineportal netz-gegen-nazis.de. Teilnehmer des Projekts "Generation 50plus" sollen künftig auf dieser Plattform auch als Moderatoren eingesetzt werden.

"Es gibt zu wenig ältere Menschen, die sich gegen Rechte im Internet engagieren", sagte Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth (CDU) bei der Präsentation des Projektes. Bislang fanden drei Workshops für "Silver Surfers" statt, wie ältere Internetnutzer auch bezeichnet werden. Die nächsten Veranstaltungen sind für Januar geplant.

Angesichts "menschenverachtender Aussagen voller Aggressivität" durch Rechtsextremisten im Internet seien besonders Denkanstöße älterer und erfahrender Menschen wichtig, sagte Süssmuth weiter: "Die Rechten haben im Internet die Macht ergriffen". Die Chefredakteurin von "Netz gegen Nazis", Simone Rafael, bezeichnete die verstärkte Präsenz von Nazis im Internet als Teil der "rechtsextremen Wortergreifungsstrategie".

Kahane kritisierte, dass die Anonymisierung von Namen im Internet zu einer Verrohung der Sitten geführt hat. "Die Rechtsextremen versuchen die Deutungshoheit durch Pöbeleien zu bekommen", sagte sie. Dem müsse man mit fundierten Argumenten entgegentreten, wie sie Ältere aufgrund ihrer Erfahrungen am besten vertreten könnten. "Es ist unglaublich wichtig, auch im Internet eine Gegenöffentlichkeit herzustellen und den Rechten klarzumachen, dass sie das Feld nicht alleine bestellen können."

Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Arbeiterwohlfahrt und dem Zukunftsfonds der Generali Deutschland. Senioren wüssten am besten, "wie man das Krebsgeschwür des Rechtsextremismus? bestrahlt", sagte Loring Sittler von Generali.

Der Soziologe Andreas Zick vom Institut für Konflikt und Gewaltforschung verwies darauf, dass Senioren mitunter auch ein Risiko darstellten. "Junge und Alte fallen in unserem Umfragen auf als besonders anfällig für Rechtsextremismus", sagte Zick. Andererseits böten die 55- bis 75-Jährigen die höchsten Wachstumschancen für ehrenamtliches Engagement und das Alter sei darüber hinaus auch mit Achtung und Status verbunden. Deshalb sei es besonders wichtig, sie beim Kampf gegen Rechtsextremismus einzubinden. (6384/03.12.2009)





 
 

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