Der Gentechnikgegner Michael Grolm ist nach zweitägiger Haft wegen einer "Feldbefreiung" am Montag vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Unterstützer des Imkers, darunter die alternativen Nobelpreisträger Percy Schmeiser und Michael Succow, der Kabarettist Georg Schramm, die taz-Chefredakteurin Ines Pohl und eine Schulklasse, hätten den Rest einer Geldstrafe von 360 Euro bezahlt und Grolm so aus der Justizvollzugsanstalt Suhl "freigekauft", teilte die Initiative "Gendreck weg" am 2. November in Suhl mit.Der Imker hatte am Sonnabend in Suhl eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe für die Geldstrafe von 20 Tagessätzen angetreten, die das Landgericht Frankfurt an der Oder wegen der Zerstörung von Genmais bei Aktionen in Brandenburg verhängt hatte. Grolm hatte bereits bei seiner Verurteilung angekündigt, die Geldstrafe nicht zu zahlen und stattdessen ins Gefängnis zu gehen.
Dies scheiterte zunächst, weil die Behörden dafür einen Offenbarungseid verlangten. Da Grolm diesen Eid nicht leisten wollte, wurde er im Herbst vier Wochen in Erzwingungshaft genommen. Diese Haft wurde beendet, nachdem das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet worden war. Die Dauer der Erzwingungshaft war nach Auffassung der Gentechnikgegner unverhältnismäßig.
An den von der Geldstrafe noch ausstehenden 17 Tagessätzen zu je 18 Euro beteiligten sich den Angaben zufolge auch mehrere Imker- und Bauernverbände, darunter der Deutsche Berufsimkerbund und die European Professional Beekeepers Association. Grolm kündigte nach seiner Haftentlassung weitere Aktionen gegen Gentechnik in der Landwirtschaft an. Er werde seinen "Kampf für die Zukunft der gentechnikfreien bäuerlichen Landwirtschaft fortführen", so der Imker. (5722/02.11.2009)