20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November werden am Brandenburger Tor Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland zu einem "Fest der Freiheit" erwartet. Es gebe ein "riesiges weltweites Interesse" an dem geplanten Fest, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am 21. Oktober bei der Vorstellung des Programms zum "Höhepunkt" des Gedenkjahres.Geplant sind Open-Air-Konzerte unter anderem von der Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Barenboim sowie Auftritte von Bürgerrechtlern, Zeitzeugen und Staatsgästen aus aller Welt. Als Höhepunkt des Festes und Sinnbild für den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren sei der Fall von rund 1.000 überdimensionalen Dominosteinen vorgesehen, die auf 1,5 Kilometer Länge vom Potsdamer Platz bis zum Spreeufer am Reichstag aufgestellt werden. Moderiert wird das rund 90 Minuten dauernde Programm vor dem Brandenburger Tor von Showmaster Thomas Gottschalk.
Als Staatsgäste werden Vertreter der ehemaligen vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges erwartet. Zugesagt hätten bereits der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der russische Präsident Dimitri Medwedew, der britische Premier Gordon Brown sowie US-Außenministerin Hillary Clinton, hieß es aus dem Kanzleramt. Vorgesehen seien zudem Redebeiträge von Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, vom ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michael Gorbatschow sowie von den DDR-Bürgerrechtlern Marianne Birthler, Katrin Hattenhauer und Roland Jahn.
Bereits am Nachmittag (15 Uhr) will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen mit dem polnischen Ex-Präsidenten Lech Walesa und mit Gorbatschow sowie mit weiteren Zeitzeugen zu Fuß über die Böse-Brücke mit dem ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße gehen. Offizieller Auftakt am Abend ist das Konzert der Staatskapelle auf dem Pariser Platz (19 Uhr).
Mit dem Programm wolle er an verschiedene historische Etappen der deutschen Geschichte erinnern, sagte Barenboim am Mittwoch. Geplant sind unter anderem Stücke von Richard Wagner ("Lohengrin"), Arnold Schönberg ("Der Überlebende aus Warschau") und Ludwig van Beethoven (7. Symphonie). Die Beethoven-Symphonie hatte Barenboim am 12. November 1989 mit den Berliner Philharmonikern in einem Konzert für DDR-Bürger aufgeführt.
Die in den vergangenen Monaten von rund 15.000 jungen Menschen gestalteten, jeweils rund 2,5 Meter hohen Dominosteine aus Styropor sollen in Etappen zwischen den Rede- und Musikbeiträgen zu Fall gebracht werden, sagte der Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, Moritz van Dülmen. Neben einem Auftritt des Sängers Jon Bon Jovi sind zum Abschluss des offiziellen Programms eine Welturaufführung der Hymne "We are one" ("Wir sind eins") von DJ Paul van Dyk sowie ein Feuerwerk geplant. (5515/21.10.2009)