Im sächsischen Plauen ist am 7. Oktober der Grundstein eines Denkmals für die friedliche Revolution gelegt worden. Der neue Erinnerungsort in Form einer symbolischen Kerze entsteht im Stadtzentrum. Dort protestierten am 7. Oktober 1989 rund 15.000 Menschen gegen das SED-Regime.Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der Schirmherr des Projekts ist, sprach von einem Denkmal für die Freiheit. Es werde jedem Einzelnen Anstoß geben, über den Wert der mutig erkämpften Freiheit täglich aufs Neue nachzudenken, sagte er. Genau 20 Jahre nach der Massendemonstration besuchte auch Bundespräsident Horst Köhler zum lokalen Gedenktag die Vogtlandstadt.
Laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung würdigte er bei einer Podiumsveranstaltung am Vormittag die Friedfertigkeit der Ostdeutschen. Von den damaligen Demonstranten sei eine große Überzeugungskraft ausgegangen. "Die Deutschen sind begabt zur Freiheit", sagte Köhler weiter. An der Grundsteinlegung für das Denkmal nahm er aber nicht mehr teil.
Plauen zählt zu den ersten ostdeutschen Städten, in denen es 1989 zu großen Demonstrationen gegen das SED-Regime kam. Initiatoren des Denkmals sind unter anderem lokale Lions- und Rotary-Clubs. Sie hatten einen Wettbewerb gestartet, bei dem neun Künstler aus der Region 14 Ideen einreichten. In einer Befragung der Plauener Bürger setzte sich der Metallgestalter Peter Luban aus Rößnitz durch. Sein Entwurf zeigt eine über zwei Meter hohe symbolische Kerze in einem Bronzemantel.
Das Denkmal erinnert an die vielen Demonstranten, die im Herbst 1989 mit einer Kerze in der Hand protestierten. Nach Angaben der Initiatoren liegen die Gesamtkosten bei über 100.000 Euro. Für das Monument allein werden rund 60.000 Euro benötigt. Bislang gingen über 37.000 Euro an Spenden ein. Bis zu 28.000 Euro will der Freistaat Sachsen beisteuern. Die Einweihung des Denkmals ist zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 2010 geplant.
Auch die Stadt Chemnitz hat am Mittwoch mit einem Festakt in der evangelischen Markuskirche an die friedliche Revolution erinnert. Die Veranstaltung war zugleich der Start für das Kulturfestival "Begegnungen", das in diesem Jahr dem politischen Umbruch 1989 gewidmet ist. Am 7. Oktober 1989 fanden sich im damaligen Karl-Marx-Stadt etwa 700 Menschen zu einem Schweigemarsch zusammen. Sicherheitskräfte stoppten sie aber und verhafteten zahlreiche Demonstranten. (5268/07.10.2009)