Erstmals seit 2004 ist die Jugendgewalt in Deutschland gesunken. Die Gewaltkriminalität von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sei im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um fast sechs Prozent zurückgegangen, berichtete die "Berliner Zeitung" vom 13. Juni unter Berufung auf die ihr vorliegende Polizeiliche Kriminalstatistik. Allein bei schweren und gefährlichen Körperverletzungen stelle die Statistik einen Rückgang von 5,6 Prozent fest, hieß es. Die Polizei führe dies auf Prävention zurück. "Die positive Entwicklung ist auf die verstärkte Aufklärungsarbeit, vor allem in den Schulen zurückzuführen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der Zeitung. Er verwies zugleich auf die demografische Entwicklung. Die Zahl aller Straftaten sank 2008 der Statistik zufolge um 2,7 Prozent auf rund 6,1 Millionen.
Angesichts der Zunahme der Gewalt auf öffentlichen Wegen und Plätzen forderte Wendt eine stärkere Videoüberwachung. Die Voraussetzungen dafür müssten erleichtert werden, sagte Wendt: "Damit kann verhindert werden, dass Angsträume entstehen."
Der Statistik zufolge erhöhten sich die tätlichen Angriffe um 9,1 Prozent auf knapp 73.000 Fälle. "Unsere Straßen sind ein gefährliches Pflaster geworden", warnte der Gewerkschafts- Vorsitzende. "Dies hat vor allem damit zu tun, dass immer weniger Polizisten auf der Straße sind." Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern müsse der Stellenabbau bei der Polizei gestoppt werden. (3086/13.06.2009)