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  Leipzig feiert friedliche Revolution am 9. Oktober mit Lichtfest
Friedensgebet, Festakt und Einweihung der Demokratieglocke stehen außerdem auf dem Programm


Leipzig (epd). Die Stadt Leipzig will den 20. Jahrestag der entscheidenden Montagsdemonstration im Herbst 1989 am 9. Oktober mit einem Lichtfest feiern. Entlang der Route, auf der damals etwa 70.000 Teilnehmer gegen die SED-Diktatur demonstrierten, sollen insgesamt 21 Installationen mit Licht, Video oder Ton an das Ereignis erinnern, kündigte Volker Bremer von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH am 25. Mai in der Messestadt an. Den ganzen Tag über werde es auch weitere Prorammpunkte zur Erinnerung geben.

Mit dem Spaziergang gehe es vor allem darum, die friedliche Revolution gerade bei Jüngeren "gefühlsmäßig erlebbar zu machen", sagte der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). "Wer heute 25 Jahre alt ist, hat keine reflektierte Erinnerung mehr an 1989." Daher müsse das Thema inzwischen einer ganzen Generation nahegebracht werden, weil diese die damaligen Ereignisse nicht selbst erlebte.

Insgesamt werden nach Worten des leitenden Künstlers Jürgen Meier Videos, bunte Lichtsignale, Rundfunkübertragungen und eine "Lichtorgel" aus 40 Autos zu sehen sein, die mit Scheinwerfern und Blinkern Schlagermusik optisch begleiten. Der mehrspurige Innenstadtring werde ab 18 Uhr bis Mitternacht gesperrt sein.

Die Beleuchtung der Stadt werde in der Zeit gedimmt, um die Lichtinstallationen besser zur Geltung zu bringen, erklärte Bremer. "Wir geben den Bürgern den Ring ganz und gar in die Hand", betonte Jung. Am 9. Oktober 1989 marschierten die Leipziger ebenfalls auf der Verkehrsader Leipzigs. Am gleichen Tag wird den Angaben zufolge die eiförmige Demokratieglocke in der Leipziger Innenstadt geweiht. Die Leipziger Kulturstiftung hatte sie zum Gedenken an die friedliche Revolution gestiftet.

Zum Festakt anlässlich des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution im Gewandhaus der Stadt werden laut Oberbürgermeister Jung unter anderen Bundespräsident Horst Köhler und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie Zeitzeugen und DDR-Bürgerrechtler erwartet. Der Lichtinstallation werde wie vor 20 Jahren ein Friedensgebet in der Nikolaikirche vorangehen. Die Predigt hält den Angaben zufolge der langjährige Thüringer Bischof und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christoph Kähler.

"Es soll ein Ereignis werden, das national und international wahrgenommen werden kann", so Jung. Der Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig und Mitglied der Initiative "9. Oktober 1989", Rainer Eckert, betonte, dass der Mauerfall am 9. November nur mit den Demonstrationen in Sachsen möglich gewesen sei. "Wir werden so lange arbeiten, bis auch die Landsleute in Berlin und Bayern wissen, was friedliche Revolution eigentlich bedeutet." In einem föderalen Staat dürfe die Erinnerung an den Herbst 1989 außerdem nicht nur auf die Hauptstadt beschränkt sein, forderte der ehemalige Bürgerrechtler.

Ob das in diesem Jahr erstmals stattfindende Lichtfest in den nächsten Jahren Wiederholung erfahre, hänge davon ab, "ob wir damit die schwierige Gratwanderung zwischen würdigem Gedenken einerseits und fröhlicher Feststimmung andererseits schaffen", sagte Jung. Die Stadt plane für das Lichtfest 800.000 Euro ein, die zu einem großen Teil von Sponsoren bereitgestellt worden seien. 170.000 Euro fehlten noch, so Jung. (2737/25.05.2009)





 
 

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