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  Bürgerrechtler: Friedliche Revolution in der DDR war vom Protestantismus beeinflusst
Chrismon-Sammelband "Vom Gebet zur Demo" in Leipzig vorgestellt


Leipzig (epd). Die friedliche Revolution in der DDR 1989 ist nach Ansicht von Bürgerrechtlern Ergebnis der protestantischen Kultur für ein freiheitliches, selbstbestimmtes Leben. Bei der Präsentation des Buches "Vom Gebet zur Demo" aus dem evangelischen chrismon-Verlag am 7. Mai in Leipzig sagte der evangelische Theologe Ehrhart Neubert, es war "nicht unbedingt eine Revolution der evangelischen Kirche, aber auf Seiten der Initiatoren gab es protestantische Haltungen, Einstellungen und Orientierungen".

Das spiegle sich in den Themen der DDR-Oppositionsbewegungen wie Umwelt, Frieden und Gerechtigkeit wider, sagte Neubert, der 1990 das Buch "Eine protestantische Revolution" veröffentlicht hat. Zudem mache der Protestantismus eine Vermischung der politischen und religiösen Sphäre möglich. "Nur Menschen mit Visionen können so etwas wie die friedliche Revolution machen", sagte der Mitbegründer des "Demokratischen Aufbruchs". Der neu erschienene Band "Vom Gebet zur Demo" versammelt Aufsätze von DDR-Oppositionellen.

Der Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig, Rainer Eckert, sprach sich für eine stärkere Betonung des Friedvollen und der Zivilcourage der Demonstranten aus. "Wir müssen das jahre- und bei manchen sogar jahrzehntelange Nein-Sagen noch stärker würdigen." Im Jahr 2009 gelte es, das Thema friedliche Revolution ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. "Wir wissen, dass wir da auf Widerstände und Ignoranz treffen werden", so Eckert. Doch nur so lasse sich gerade jungen Menschen, für die Freiheit ein selbstverständlicher Wert ist, vermitteln, dass man diese auch schätzen muss.

Der Stiftungsratsvorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Markus Meckel, betonte, zu den Aufgaben der Geschichtsvermittlung gehöre es, dass nicht einzelne Menschen als Helden der Revolution vorangestellt werden. "Es gab bei der Bewegung nicht die Führer, sondern einzelne und spontan gegründete Gruppen haben die friedliche Revolution ausgemacht", sagte der Theologe und SPD-Politiker, der in den letzten beiden Jahren der DDR Leiter der oppositionellen Ökumenischen Versammlung in der DDR und Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei war. (2443/08.05.2009)





 
 

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