Ein bislang einzigartiger Lehrpfad zur Arbeitsweise und Geschichte des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ist am 1. Oktober in Neubrandenburg eröffnet worden. Das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Bezirksverwaltung des MfS, dem "Lindenberg", werde gemeinsam von der Stadt, dem Verein Politische Memoriale sowie von der Landes- und der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen umgesetzt, teilte die Stadt Neubrandenburg mit.
Informationsstelen an sieben Stationen wie dem Wachturm vor der heutigen Justizvollzugsanstalt in Neubrandenburg und dem ehemaligen Wachgebäude sollen Hinweise auf die frühere Nutzung der Gebäude und auf Tätigkeitsschwerpunkte geben. Außerdem solle das "Selbstbild der Stasi-Mitarbeiter" erläutert werden. Die Lernorte könnten so "am lokalen Beispiel die MfS-Funktionsmechanismen und das Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen Machtmechanismen der ehemaligen DDR" veranschaulichen, hieß es dazu weiter.
Der Lehrpfad "Spurensuche Orte der Gewalt - DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg" wird nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung mit 9.000 Euro vom Land gefördert. Die Stadt Neubrandenburg unterstützt das Projekt mit 10.000 Euro, die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen mit 5.000 Euro und die Landesbeauftragte mit 3.000 Euro. (5010/01.10.2008)