Ein Verbot der so genannten Terminator-Technologie zum Unfruchtbarmachen von Pflanzen in Deutschland haben über 30 Organisationen aus dem Umwelt-, Entwicklungs- und Agrarbereich gefordert. Mit dem neuen gentechnischen Verfahren wollten die Saatgutkonzerne verhindern, dass Bauern einen Teil ihrer Ernte aufbewahren und im folgenden Jahr als Saatgut verwenden, teilten die Organisatoren am 10. Januar in Berlin zum Auftakt ihrer Kampagne mit (www.freie-saat.de).
Damit sei die weltweite Ernährungssicherheit gefährdet, sagte Rudolf Buntzel vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). 1,4 Milliarden Menschen hingen direkt in ihrem Lebensunterhalt vom eigenen Saatgutnachbau ab. Weltweit werde 80 Prozent des eingesetzten Saatgutes aus der eigenen Ernte gewonnen. In Deutschland sind es nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft immerhin noch 35 bis 45 Prozent.
Mittels Gentechnik werden bei der "Terminator-Technologie" Pflanzen so verändert, dass die Ernte nicht mehr keimen kann. Dazu produziert ein "Selbstmord-Gen" in einem fortgeschrittenen Wachstumsstadium ein Gift, zur Abtötung der Pflanze. Die Unterschriften-Kampagne dagegen steht unter dem Motto "Freie Saat statt toter Ernte". Bislang werde die noch im Versuchsstadium befindliche Technologie durch ein Moratorium der Biodiversitätskonvention verhindert, die 160 Staaten unterschrieben haben. Der vorläufige Verwendungsstopp droht nach Angaben der Organisationen aber auf der kommenden Vertragsstaatenfolgekonferenz im März zu kippen. (...) (0142/10.01.2006)