Der Lübecker Alt-Bischof Karl-Ludwig Kohlwage (75) hat den Entscheidungsprozess zur Nordkirche auf der jüngsten Tagung der nordelbischen Synode kritisiert. Die Art und Weise, mit der die Kirchenleitung diese Entscheidung eingefordert habe, sei für ihn befremdlich, so der evangelische Theologe in der Mittwochsausgabe (1. April 2009) der "Lübecker Nachrichten". Kohlwage: "Diese Friss-Vogel-oder-stirb-Methode kenne ich aus meiner aktivenZeit nicht."Kohlwage war bis Ende März 2001 Bischof von Holstein-Lübeck und zugleich Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung. Seine Kritik bezieht sich auf die Rendsburger Synodentagung vom vergangenen Wochenende. In erster Lesung stimmten von 131 anwesenden Synodenmitgliedern 77 mit "Ja" und 51 mit "Nein". Nach intensiver Diskussion und Appellen kam dann nach der zweiten Lesung die notwendige Zweidrittel-Mehrheit doch zusammen. Für den Fusionsvertrag stimmten 102 Synodale bei 26 Nein-Stimmen.
In den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern soll bis 2012 die fünftgrößte deutsche Landeskirche mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern entstehen.