Rendsburg (epd). Die würdevolle Begleitung sterbender Menschen soll in der Nordelbischen Kirche einen höheren Stellenwert bekommen. Peter Godzik (61) hat sein Amt als Lauenburger Propst zum Jahresende aufgegeben, um die Hospizarbeit in Nordelbien zu stärken. Angesichts der Verdrängung des Todes in der Gesellschaft, erklärte Bischof Hans Christian Knuth am Donnerstag zum Amtsantritt, sei die Begleitung Sterbender eine unverzichtbare Aufgabe der Kirche. Dies werde durch die Debatte um aktive Sterbehilfe noch verstärkt.
Die Begleitung Sterbender dürfe sich, so Godzik, nicht auf Pflege und medizinische Versorgung beschränken. Notwendig sei auch eine geistliche Begleitung. Hier wolle er den Hospizgruppen Fortbildungen und Gespräche anbieten. Die Hospizarbeit werde vor allem von Ehrenamtlichen getragen. Die einzelnen Gruppen zu verbinden und Hilfestellung für die Arbeit zu geben, sei vorrangiges Ziel der neuen Arbeit, die beim Diakonischen Werk in Rendsburg angesiedelt ist.
Theologen haben nach den Worten Godziks die Aufgabe, Bilder und Worte für die Zeit nach dem Tod zu formulieren. "Welche Bilder gibt es für die Unsterblichkeit der Seele?" Der Tod könne auch als Geburt in etwas ganz Neues hinein verstanden werden. Godzik: "Weiß denn die Raupe, dass sie als Schmetterling weiterlebt?" Viele Menschen würden dem Tod aber rückwärts "in Steißlage" entgegentreten. Dabei könnten sie auch mit dem Kopf voran "aus dem Leben ins Leben" gehen. Hier müsse jeder Einzelne seine Bilder vom Tod finden.
Godzik gehört bundesweit zu den Pionieren der Hospizarbeit und hat schon Ende der Achtziger Jahre das Thema als Oberkirchenrat der Lutherischen Kirchen vorangebracht. Er hat zahlreiche Bücher zu dem Thema veröffentlicht, darunter "Zum eigenen Leben finden" über Bilder und Symbole zum Tod. Die Hospizarbeit, so Godzik, gehöre zu den dynamischen Arbeitsbereichen der Kirche. In den Hospizgruppen schätzt er vor allem die "gelassene Heiterkeit", die hier trotz des ernsten Themas zu finden sei. Infos im Internet unter www.pkgodzik.de.