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  Neues Strategie-Spiel "Hamburgum" soll Hamburgs Hauptkirchen retten helfen

Hamburg (epd). "Hamburgum" heißt ein neues Spiel, mit dessen Verkauf die sanierungsbedürftigen Hamburger Hauptkirchen unterstützt werden sollen. Das Besondere an "Hamburgum" ist, dass es in dem Strategie-Spiel selber darum geht, den Kirchenbau in der Elbmetropole des 17. Jahrhunderts zu fördern, sagte der Hamburger Spiele-Erfinder Walther Gerdts (45) bei der Präsentation am Donnerstag in der Hansestadt.

Die zwei bis fünf Spieler produzieren Bier, Zucker und Tuch, verschiffen die Ware in ferne Länder und bauen Kontorhäuser. Doch weder Geld noch Gut sind spielentscheidend, sondern allein das Prestige: Die fünf evangelischen Hauptkirchen und der katholische Mariendom müssen am Ende auf dem Spielplan entstanden sein, der einem historischen Kupferstich nachempfunden ist.

"Die Idee hat uns sofort begeistert", sagte Pröpstin Ulrike Murmann. Es passe wunderbar zusammen, spielerisch Spender und Freunde für die Hauptkirchen zu gewinnen. Christoph Störmer, Hauptpastor von St Petri, dankte dem Verleger Peter Dörsam vom Harburger Verlag "eggertspiele" für die großzügige Kooperation.

"Hamburgum", mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren an den Start gegangen, kostet 38 Euro. Von jedem Spiel, das in den Kirchenshops der Hauptkirchen und in der Rathauspassage verkauft wird, sollen 20 Euro direkt in die Kirchensanierung fließen. Infos im Internet: www.eggertspiele.de und www.pd-verlag.de/hamburgum (22.11.07/hh) (epd)

Aktuelles Stichwort: Hamburger Hauptkirchen =

Hamburg (epd). Die fünf Hamburger Hauptkirchen St. Petri, St. Katharinen, St. Jacobi, St. Nikolai und St. Michaelis (Michel) waren seit der Reformation die Predigstätten der leitenden Geistlichen der Stadt. Aus dem Kreis der Hauptpastoren wurde früher der "Senior" gewählt, erst seit 1933 Bischof genannt. Die Türme prägen das Stadtbild und sind zugleich Zeugnisse einer fast tausendjährigen Geschichte.

Auch bei Gründung der Nordelbischen Kirche 1977 behielten die fünf Hauptkirchen, die sämtlich im City-Kirchenkreis At-Hamburg liegen, ihren Sonderstatus. Traditionell wird in ihnen ein thematisch anspruchsvolles Programm sowie große Musik geboten.

- St. Petri ist das älteste der fünf Gotteshäuser, auch "Rathauskirche" genannt. Sie wurde im Jahr 1195 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr derzeitiger Sanierungsbedarf wird von Experten auf rund zwei Millionen Euro beziffert.

- St. Katharinen wurde zwischen 1380 und 1450 erbaut, ihre Ursprünge gehen bis ins Jahr 1256 zurück. 1943 durch Bomben völlig zerstört, wurde die Kirche 1956 original rekonstruiert wieder eingeweiht. Sanierungsbedarf für Turm und Kirche: Knapp 14 Millionen Euro.

- St. Jacobi wurde erstmals 1255 als kleine Kapelle für Pilger und reisende Kaufleute erwähnt. Die heutige Kirche wurde um 1350 errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer zerstört und erst 1963 wieder aufgebaut. Jetzt zeigen sich wieder Risse am Turm. Sanierungsbedarf: Rund 1,5 Millionen Euro.

- St. Nikolai wurde im Juli 1943 durch Bomben schwer beschädigt. Nur ihr fast 148 Meter hoher Turm blieb stehen und ist heute offizielles Friedensmahnmal der Stadt Hamburg. Die neue Hauptkirche St. Nikolai wurde in den Jahren 1960/62 im Stadtteil Harvestehude (Klosterstern) errichtet. Jetzt müssen Fenster saniert werden - für rund 160.000 Euro.

- St. Michaelis ist als "Michel" das Wahrzeichen der Stadt. In ihrer heutigen Gestalt ist die Barockkirche ein mehrfach erneuerter Nachbau. Im Juli 1906 zerstörte ein Brand den Michel samt Turm bis auf die Außenmauern. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1912. Schwere Kriegsschäden wurden bis 1952 repariert. Ab 1983 wurde der Turm für 26 Millionen D-Mark saniert. 1996 folgten die Arbeiten am Kirchenschif. Für die Innensanierung einschließlich einer neuen Heizung werden noch rund 6,3 Millionen Euro gebaucht. (22.11.07/hh) (epd)

 

 






 
 

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