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  Lübecker Bischöfin wirbt für neue Bibelübersetzung

Lübeck (epd). Die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter wirbt für die neue "Bibel in gerechter Sprache". Die Übersetzung berücksichtige die jüdische Tradition des Neuen Testaments und die Rolle der Frauen, sagte Wartenberg-Potter am Montag dem epd. Die anhaltende Debatte um das Buch zeige, dass die Neugier an der Heiligen Schrift damit gefördert werde. "Die Bibel ist kein Museum, sondern ein lebendiges Buch." Sie erschien offiziell am Reformationstag (31. Oktober) in Frankfurt/Main im Rahmen eines Kirchenfestes.

In dem fünfjährigen Projekt haben 42 Frauen und zehn Männern die Bibel neu übersetzt. Die Lübecker Bischöfin sitzt im Beirat. Die erste Auflage mit 20.000 Exemplaren ist bereits vergriffen. Die neue Übersetzung zeige eine große Weite bei der Benennung von Gott, sagte Wartenberg-Potter. Der Ausdruck "Herr" sei eine Engführung auf einen männlichen Gott, der vielen Frauen den Zugang erschwert habe. Dabei verweise der biblische Urtext auf eine große Vielfalt.

Aufgabe der neuen Übersetzung sei es auch, die "unsichtbar gemachten Frauen" wieder zu benennen, sagte die Bischöfin. Die sozialgeschichtliche Forschung habe gezeigt, dass Frauen damals aktiv bei der Feldarbeit oder im Hausbau tätig waren. Es sei also angemessen, von "Arbeitern und Arbeiterinnen im Weinberg" zu sprechen. Die feministische Theologie gehöre wie die Befreiungstheologie zu den produktivsten Richtungen der Bibelauslegung.

Auch weise die neue Bibelübesetzung auf die jüdischen Wurzeln von Jesu Wirken hin. Jesus gehe in seiner Auslegung aber weiter als das jüdische Volk und öffne die jüdische Tradition auch für andere Völker. Eine anti-judaistische Auslegung der Bibel habe mit zur Juden-Diskriminierung und damit auch zum Holocaust geführt.

Der Titel "Bibel in gerechter Sprache" lasse nicht den Rückschluss zu, dass andere Bibelübersetzungen ungerecht seien, so Wartenberg-Potter. Es gebe viele Übersetzungen, die jeweils ihren eigenen Wert haben. Der Vorwurf von konservativer Seite, die Übersetzung sei interessegeleitet, treffe auf alle Übersetzungen zu. Auch Luther wollte mit seiner Übersetzung verdeutlichen, dass der Mensch sich nicht durch rastlose Aktivitäten um sein Heil kümmern müsse. Die "Bibel in gerechter Sprache" ist im Gütersloher Verlagshaus erscheienen und kostet 24,95 Euro. (30.10.06/tm/hs) (epd)






 
 

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