In einem Dankgottesdienst wurde am Sonnabend, 11. Dezember (15 Uhr), die evangelische Gnadenkirche in Hamburg-St. Pauli offiziell an die Russisch-Orthodoxe Kirche übergeben. Zur Feier kamen Erzbischof Theofan und Bischöfin Maria Jepsen sowie Vetreter des Senats, der Bürgeschaft und des russischen Generalkonsulats.
Das evangelische Gotteshaus war 1905/1907 für das nördliche St. Pauli errichtet worden. Noch vor Jahren als "Kunstkirche" bekannt, sei der finanzielle Unterhalt der renovierungsbedürftigen Kirche heute von der Gemeinde nicht mehr zu leisten. Die Übergabe des Gebäudes zu einem "symbolischen Kaufpreis" werde von der Nordelbischen Kirche als "Zeichen der Ökumene" verstanden, hieß es. Das Gelände werde von der Stadt Hamburg veräußert, ein Preis wurde nicht genannt.
Mit dem Verkauf der Gnadenkirche kommt erstmals ein zentrales Kirchengebäude in den Besitz einer Migrantengemeinde. Künftig werde das Gotteshaus, markant gelegen zwischen den Messehallen und dem Heiligengeistfeld, dem Heiligen Johann von Kronstadt geweiht sein. Für die rund 12.000 Russen in Hamburg und Norddeutschland soll hier zudem ein soziales und kulturelles Zentrum entstehen.
Eine Bedeutung kommt der Gnadenkirche künftig auch bei der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und St. Petersburg zu, die seit 1957 besteht. Nach einer Renovierungszeit wird die Kirche den Plänen zufolge am 6. Januar mit dem russisch-orthodoxen Weihnachtsfest wieder eröffnet. (epd)
