Die Osnabrücker "Marathonpastoren" laufen wieder für einen guten Zweck. Mit einem "Marathonlauf gegen Gewalt" beim Hamburg-Marathon am 25. April wollen Martin Steinke und Hans-Georg Meyer-ten Thoren ein Präventionsprojekt der Diakonie für junge Gewalttäter unterstützen. "3.250 Euro haben wir bereits an Sponsorengeldern eingenommen", sagten Steinke und Meyer-ten Thoren am Mittwoch. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Hobbyläufer für Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt, als sie erstmals während des Hamburg-Marathon um Spenden warben.Damals kamen 7.000 Euro für ein Partnerprojekt in Südafrika zusammen. In diesem Jahr werden sie begleitet vom Steuerberater Johannes Andrews, ebenfalls Hobbyläufer und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Diakoniestiftung. Die Spenden sollen bei der Diakoniestiftung gesammelt und an das "Fachzentrum gegen Gewalt gegen Gewalt und für Täterarbeit und Opferschutz" weitergeleitet werden, sagte Andrews.
Andrews wird bereits an diesem Sonntag das Marathonprojekt eröffnen und am Syltlauf teilnehmen. Auch den Stockholm-Marathon am 5. Juni wolle er laufen. Zu dritt werden die Benefizläufer außer beim Hamburg-Marathon noch beim Paul-Moor-Marathon am 17. April in Bersenbrück zu sehen sein.
Die Gewaltprävention bei jungen Tätern liege der Osnabrücker Diakonie gerade angesichts der immer lauter werdenden Rufe nach Strafverschärfung am Herzen, betonte Geschäftsführer Hinrich Haake. Das seit etwa acht Jahren praktizierte Anti-Gewalt-Training sei sehr erfolgreich. Die Nachfrage von Behörden, aber auch von Eltern oder Ehepartnern Betroffener sei dementsprechend hoch. Eine erste Studie habe eine im Vergleich sehr niedrige Rückfall-Quote von 15 Prozent ergeben. Das Fachzentrum werde allein mit Spenden aus kirchlichen Mitteln finanziert und erhalte keine staatlichen Zuschüsse.
Haake sagte, dass immer mehr Jugendliche Gewalttaten unter Alkoholeinfluss begingen. Die Zahl dieser Delikte sei deutschlandweit im vergangenen Jahrzehnt um 52 Prozent gestiegen. Die Zahl der Entgiftungen nach exzessivem Alkoholgenuss bei Jugendlichen habe sich sogar um 170 Prozent erhöht. Deshalb sei es um so wichtiger die Präventionsarbeit auch als eine Komponente des Opferschutzes auszubauen.
Spendenkonto der Andreas-Gemeinde 5878483, bei der Sparkasse Osnabrück, BLZ 265 501 05, Stichwort: Spendenmarathon. www.diakoniestiftung-os.de (7132/17.3.10)