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  Sonnenwendfeier: Polizei stellt Schlagstöcke bei Neonazis sicher

Eschede/Kr. Celle (epd). Begleitet von Polizeikontrollen und einer Gegendemonstration haben sich Neonazis aus ganz Norddeutschland am Wochenende in der Lüneburger Heide zu einer "Sonnenwendfeier" versammelt. Auf dem abgelegenen Hof des Landwirtes und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz in Eschede bei Celle fanden sich rund 250 Personen ein, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Beamten stellten mehrere Pfeffersprays, zwei Teleskop-Schlagstöcke sowie 78 CDs mit strafbarem Inhalt sicher. Die Veranstaltung endete am Sonntagmittag ohne Zwischenfälle.

Bereits am Sonnabend hatten rund 70 Escheder Bürger bei Regen friedlich gegen die jährliche Feier der Rechtsextremisten demonstriert. An keinem anderen Ort in Norddeutschland fänden so häufig größere Treffen der Neonazis statt wie auf dem Hof in Eschede, hieß es. Der parteilose Bürgermeister der Samtgemeinde, Günter Berg, hatte die Protestveranstaltung unter dem Motto "Johannisfeuer" ins Leben gerufen. Weitere Initiatoren waren der Deutsche Gewerkschaftsbund und das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus. Bei einer Andacht am "Johannisfeuer" sprach der Friedensbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Pastor Klaus Burckhardt.

Im vergangenen Jahr war es nach Polizeiangaben bei der "Sonnenwendfeier" in Eschede zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Journalisten gekommen. In jüngster Vergangenheit griffen Mitglieder der rechtsextremen Szene mehrfach maskiert und organisiert politische Gegner und Polizeibeamte an. Bei Neonazis aus Winsen/Aller bei Celle, die am Wochenende nach Eschede kamen, waren erst vor wenigen Wochen scharfe Waffen, Munition und Propaganda-Material gefunden worden. Damit seien Wehrsportübungen abgehalten worden, so die Polizei.

Die Gegendemonstranten erinnerten mit ihrer Veranstaltung auch an den Tod des Escheder Bürgers Peter Deutschmann vor zehn Jahren. Dieser war ihren Angaben zufolge am 10. August 1999 von zwei Escheder Neonazi-Skinheads getötet worden. Die beiden Täter Marco S. und Johannes Markus K. wurden zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Marco S. schloss sich den Angaben zufolge nach seiner Haftentlassung der Schaumburger Neonazi-Szene an und verbüßt zurzeit erneut eine Haftstrafe. (1078/21.6.09)





 
 

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