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  UN-Sonderberichterstatter fordert Menschenrecht auf Bildung

Oldenburg (epd). Der UN-Sonderberichterstatter Vernon Munoz aus Costa Rica hat ein weltweit unwiderrufliches Menschenrecht auf Bildung gefordert. Alle Staaten müssten die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen, damit auch arme Kinder eine umfassende Bildung erhalten könnten, sagte der Jurist und Bildungspolitiker der Vereinten Nationen am Sonntag in Oldenburg. Munoz hatte 2006 im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats das Bildungssystem in Deutschland untersucht und dieses in seinem Bericht kritisiert.

Es genüge nicht, wie in Deutschland das Recht auf Bildung in die Verfassung aufzunehmen, betonte Munoz. Das dreigliedrige deutsche Bildungssystem verschärfe die ungleichen Chancen der Kinder und Jugendlichen: "Bildung ist kein Wettbewerb und kein Geschäft. Sie darf nie auf der Niederlage Anderer begründet sein." Arme, Frauen, Behinderte und Zuwanderer seien besonders benachteiligt. "Menschen mit Bildung beherrschen Menschen ohne Bildung", kritisierte der Menschenrechtler.

Munoz warnte vor einer Fortsetzung dieses Systems. Derzeit gingen erheblich mehr Migrantenkinder in die Hauptschule als auf ein Gymnasium. Angesichts des demografischen Wandels drohe eine echte Gefahr für Deutschland. Wenn den Migranten das Wissen fehle, werde sich das Land in einigen Jahren nicht weiterentwickeln können. Außerdem zeige die Menschheitsgeschichte, dass die grundlegendsten gesellschaftlichen Veränderungen stets von unterdrückten Menschen ausgegangen sei, denen die Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum verweigert wurde.

Bildung ist Munoz zufolge derzeit eine Handelsware und dient den Interessen der Wirtschaft. Der UN-Politiker verurteilte die Waffenexporte der Industrienationen in Entwicklungsländer. In vielen dieser Staaten sei das Budget für das Militär sehr viel höher das für Bildung. Die Folge seien Abermillionen von Analphabeten, die nie eine Chance auf Wissen erhielten. Bildung sei aber das Fundament der Menschenwürde.

Der ehemalige niedersächsische Kultusminister und Landtagspräsident Rolf Wernstedt (SPD) unterstützte die Kritik und warf den Deutschen eine egoistische Mentalität vor: "Es gilt doch: Mein Kind soll die beste Bildung erhalten. Alle Hindernisse wie Migranten, Behinderte oder schwer Erziehbare sollen von meinem Kind entfernt werden." Dieser "Kernbestand deutschen Denkens" sei noch nicht überwunden. (7064/07.06.09)





 
 

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