Der evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover hat alle Christinnen und Christen in der Stadt dazu aufgerufen, sich am 1. Mai an einer Demonstration gegen den Rechtsextremismus zu beteiligen. Christen sollten ihre Stimme gegen Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz und für die Menschenwürde, Demokratie und ein friedliches Zusammenleben erheben, heißt es in dem Appell.Neonazis hatten für den 1. Mai zu einer Demonstration am "Tag der Arbeit" mit mehr als 1.000 Teilnehmern aufgerufen. Der Aufmarsch wurde jedoch von der Polizei und vom Verwaltungsgericht Hannover untersagt. Dagegen klagen die Initiatoren derzeit vor dem niedersächsichen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.
Der Protest gegen den Rechtsextremismus wird in Hannover unter dem Motto "bunt statt braun" vom Deutschen Gewerkschaftsbund organisiert. Geplant sind unter anderem drei Sternmärsche, eine zentrale Kundgebung und ein "Fest für Demokratie". Zu der Veranstaltung, die mit der traditionellen Maikundgebung des DGB verbunden ist, werden rund 20.000 Menschen erwartet.
Die Kirchen beteiligen sich unter anderem mit einem eigenen "Kirchenzelt". Das Eintreten für Toleranz, Demokratie und Vielfalt komme aus dem Kern des christlichen Glaubens, erklärte der lutherische Stadtkirchenverband. Der Appell ist unterzeichnet vom stellvertretenden Stadtsuperintendenten Thomas Höflich, der Präsidentin des Stadtkirchentages, Professorin Roseline Forch, sowie drei weiteren Superintendenten aus der Stadt. Das Amt des leitenden Stadtsuperintendenten ist zurzeit vakant. Zum evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband Hannover gehören rund 216.000 evangelischen Christen und Christinnen in 64 Gemeinden.
Internet: www.kirche-hannover.de (2035/22.4.09)