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  Bürgermeisterin wirft Pastor Amtsmissbrauch vor

Sandstedt/Kr. Cuxhaven (epd). Im Streit um eine geplante Wäscherei für verstrahlte Schutzkleidung aus Atomkraftwerken in Sandstedt bei Bremen wird dem örtlichen Pastor Dietrich Diederichs-Gottschalk Amtsmissbrauch vorgeworfen. Der Theologe habe die Kirche für seine persönlichen Interessen missbraucht, kritisierte die Bürgermeisterin der Samtgemeinde, Susanne Puvogel (SPD), in einem Brief an den Stader evangelischen Landessuperintendenten Manfred Horch. Puvogel legte eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein. Horch sagte am Mittwoch dem epd, der Konflikt müsse im Gespräch gelöst werden.

Den Bau der Wäscherei in Sandstedt durch das E.ON-Tochterunternehmen Dekonta war von einer Bürgerinitiative verhindert worden. Diederichs-Gottschalk hatte sich den Protesten angeschlossen und vor den Gefahren radioaktiver Strahlung gewarnt. Puvogel dagegen plädierte für die Ansiedlung und verwies auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer-Einnahmen. Der Stader Regionalbischof Horch sagte dazu, in Sandstedt gebe es neben den wichtigen Sachfragen auch ein Kommunikationsproblem: "Man redet offenbar nicht miteinander, sondern übereinander."

Es sei wichtig, an einem Tisch zusammenzukommen und die Probleme zu besprechen, sagte der leitende Theologe, der die Dienstaufsichtsbeschwerde an das Landeskirchenamt in Hannover weiterleitete: "Das ist eine wichtige Sachauseinandersetzung, in der Christen unterschiedlicher Meinung sein können." In der Diskussion gehe es um die Bewahrung der Schöpfung und um wirtschaftliche Aspekte. Die Argumente beider Seiten müssten ernst genommen werden.

Horch betonte, die Kirche müsse auch in schwierigen Fragen offen für die Argumente beider Seiten sein: "Polarisierungen müssen vermieden werden, weil man weiterhin miteinander leben will und leben muss." Die Bürgerinitiative solidarisierte sich unterdessen mit Diederichs-Gottschalk. "Frau Puvogel kann sicher sein, dass wir den Pastor in dieser Auseinandersetzung nicht alleine lassen werden", kündigte Sprecherin Gitta Brede an. (epd Niedersachsen-Bremen/b1869/02.07.08)





 
 

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