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  Knallgrünes Bildungsprojekt
100-Dollar-Laptop schlägt digitale Brücke in Entwicklungsländer


Von Dieter Sell

Bremen (epd). Er ist knallgrün und hat Antennen, die wie Hörnchen aussehen. Ein praktischer Griff macht den Bildungsrechner XO transportabel. Der in den USA entwickelte "100-Dollar-Laptop" ist robust und ermöglicht es Kindern in Entwicklungsländern, in die digitale Welt einzutauchen. In Deutschland sind die preiswerten Lernmaschinen nirgends zu kaufen. Eine davon zeigt XO-Unterstützer Sebastian Umlauft in einer Ausstellung, die bis zum 10. August im Bremer Design-Zentrum "Wilhelm-Wagenfeld-Haus" zu sehen ist. Umlauft ist begeistert von dem Rechner, der von Ingenieuren des US-amerikanischen Massachusets Institute of Technology zusammen mit dem Industriedesigner Yves Behar entwickelt wurde. In dem Gerät stecken viele Innovationen, die Kinder in Entwicklungsländern ermächtigen sollen alles das zu tun, was Jungen und Mädchen in den Industrieländern mit Computern machen. Die daraus entstandene weltweite "One Laptop per Child"-Initiative - kurz OLPC - unterstützt der Wirtschaftsingenieur Umlauft in Deutschland mit einem gerade gegründeten Verein. Stylisch gebaut weckt der Computer auch Begehrlichkeiten bei deutschen Design-Fans. Aber die Geräte gehen von der Fabrik in Taiwan in großen Stückzahlen direkt an Regierungen in Entwicklungsländern, um dann an Schulen verteilt zu werden. "OLPC ist ein Sozial- und Bildungsprojekt", betont Umlauft. Der Laptop ist mit freier Software ausgerüstet und soll dabei helfen, die Bildungskluft zwischen Arm und Reich zu überwinden. Er hat technisch alles, was zum Lernen nötig ist. Schaltet ein Kind sein Gerät ein, ist es mit den Computern anderer Kinder verbunden und bleibt beim Lernen nie allein. Nicht nur farblich, sondern auch im übertragenen Sinn ist der XO Umlauft zufolge zudem "der grünste Computer, den es derzeit gibt". Er wiegt nur die Hälfte eines vergleichbaren Standard-Laptops, hat mit fünf Jahren eine statistisch mehr als doppelt so lange Lebenszeit und verbraucht nur etwa zehn Prozent des Stroms herkömmlicher Fabrikate. Die Energieversorgung ist ausgelagert, und kann wahlweise von einem Netzteil oder aus einem Kurbel-, Pedal- oder Zuggenerator kommen. Auch ein Solarpanel ist anschließbar. Trotz dieser Vorzüge ist die Initiative nicht unumstritten. So kritisiert Ausstellungs-Besucherin Shalini Sahoo aus Indien, der Laptop solle nur neue Konsumentenschichten in Entwicklungsländern erschließen. Das Bildungsargument ist für sie "Augenwischerei". Es gehe um Medien- und IT-Kompetenz in Entwicklungsländern, hält der Bremer Informatik-Professor Jürgen Friedrich dagegen. Seine Studenten aus dem chinesischen Kanton und aus Bremen wollen ab Herbst Software für den "100-Dollar-Laptop" entwickeln. Sebastian Umlauft plant unterdessen zusammen mit Partnern ein OLPC-Lernprojekt in zwei Flüchtlingscamps im palästinensischen Westjordanland. Er ist überzeugt: "Mit dem XO können wir viel aktiver Unterricht gestalten." Internet: www.olpc-jericho.de; http://laptop.(epd Niedersachsen-Bremen/b1792/25.06.08) Hierzu versendet epd-bild das Foto "Laptop" über mecom-Bildfunk; auch abrufbar unter www.epd-bild.de und Tel.: 069/58098-197



 
 

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