Bischof Weber warnt vor Rückzug der Kirche auf dem Land
Wolfenbüttel
(epd).
Der braunschweigische evangelische Landesbischof Friedrich Weber hat vor einem Rückzug der Kirche auf dem Land gewarnt. Die Kirche dürfe sich nicht nur auf "Kernorte" konzentrieren, sagte Weber am Dienstag in Wolfenbüttel. Der Landesbischof würdigte die soziale, kulturelle und religiöse Bedeutung der Kirchengemeinden in den Dörfern. Dort engagierten sich viele Menschen mit großer Hingabe. Weber sprach sich dafür aus, die Struktur des Pfarramtes soweit wie möglich zu erhalten, damit es verlässliche Ansprechpartner gebe. Daneben müssten engagierte Gemeindemitglieder noch mehr Verantwortung übernehmen. So könnten lebendige Ortskirchen auch in strukturschwachen Gebieten erhalten bleiben. Der Bischof regte Konzepte etwa von genossenschaftlichen oder privaten Initiativen an, um Menschen in ländlichen Regionen zu versorgen und zu betreuen und ihnen Alltagshilfen, Kommunikation, Kultur und Bildung anzubieten. Die Kirchengemeinden könnten sich hier mit ihren Netzwerken einbringen, sagte er. Die Gemeinden auf dem Land trügen dazu bei, die Kirchenmitgliedschaft zu stabilisieren, sagte Weber. Das habe sich auch bei der vergleichsweise hohen Beteiligung der Dorfbevölkerung an den letzten Kirchenvorstandswahlen gezeigt. (epd Niedersachsen-Bremen/b1705/17.06.08)