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  Leitender Bremer Theologe: Armut bestimmendes Thema

Bremen (epd). Die Armut im kleinsten Bundesland ist nach den Worten des leitenden Theologen Renke Brahms das derzeit bestimmende Thema in der Bremischen Evangelischen Kirche. Dabei werde auch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zum wachsenden Reichtum in der Gesellschaft erörtert, sagte Brahms am Donnerstag in einem epd-Gespräch: "Papiere gegen die Armut gibt es genug - es geht darum, von guten Initiativen zu lernen." Der Theologe äußerte sich 100 Tage nach seinem Amtsantritt als Schriftführer der bremischen Landeskirche.

Brahms kritisierte insbesondere die Kinderarmut in Bremen und die zunehmende Zahl von Jobs ohne ausreichenden Lohn zum Leben. Er wolle im Herbst diakonische Einrichtungen besuchen und mit bedürftigen Menschen reden, kündigte er an. Zugleich lobte er soziale Projekte in den Kirchengemeinden. Dazu gehörten Initiativen zur Arbeit mit Nichtsesshaften sowie mit Kindern und Jugendlichen. Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehören 66 Gemeinden mit rund 239.000 Mitgliedern.

Brahms zufolge gewinnt derzeit insbesondere die Vorbereitung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen an Fahrt. Viele Menschen in der Stadt und den umliegenden Kirchen "stehen in den Startlöchern", sagte der Theologe. Am 13. September wird im ehemaligen Postkomplex am Hauptbahnhof das Kirchentags-Büro eröffnet. Der Kirchentag mit voraussichtlich rund 100.000 Dauerteilnehmern sei "eine große Chance und Herausforderung" für die bremische Kirche.

Eine Absage erteilte Brahms dem Vorschlag, gemeinsam mit Nachbarkirche eine fusionierte Nordwest-Kirche zu bilden. Größe sei kein stichhaltiges Argument zur Sicherung der Existenz: "Die bremische Kirche ist überschaubar und arbeitet effizient."

Nach den im Herbst 2004 verabschiedeten Haushaltskürzungen von 25 Prozent seien viele Gemeinden immer noch mit den Folgen der tiefgreifenden Einschnitte beschäftigt, sagte Brahms. Zu den Konsequenzen gehörten mehr Zusammenarbeit, Personalabbau und Gemeindefusionen: "Das ist mit Trauer verbunden, aber kein Prozess des Jammerns."

Die aufgrund der guten Konjunktur steigenden Kirchensteuer-Einnahmen verschafften der Kirche etwas Luft, änderten aber nichts an den Kürzungsbeschlüssen. Mehreinnahmen machten großzügigere Übergangszeiten möglich: "Wir müssen aber damit rechnen, dass nicht in allen Fällen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden können", sagte Brahms.

Internet: www.kirche-bremen.de (epd Niedersachsen-Bremen/b2565/06.09.07)

Hierzu ist ein Porträtfoto abrufbar unter www.epd-bild.de und Tel.: 069/58098-197





 
 

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