Rund 800 Menschen haben am Donnerstag vor dem Duisburger Rathaus den sofortigen Rücktritt von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) gefordert. Hintergrund war die Loveparade-Katastrophe vom Samstag, bei der 21 Menschen starben und mehr als 500 teils schwer verletzt wurden. In einer aufgeheizten und teils aggressiven Atmosphäre warfen die Demonstranten auf ihrem Trauermarsch Sauerland und dem Veranstalter des Techno-Spektakels, Rainer Schaller, "Feigheit", "Prestige-Gehabe" und "Profitgier" vor.Auf Transparenten und Flugblättern appellierten die Demonstranten an die Stadtspitze und den Veranstalter, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen. "Kapitalismus tötet", hieß es auf einem Plakat. Die Teilnehmer der Protestkundgebung sprachen sich zudem gegen die geplante Trauerfeier am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche aus. Die Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem ökumenischen Gottesdienst sei "eine Farce".
Kritik übten die Demonstranten auch daran, dass weder der Oberbürgermeister noch der Veranstalter sich bislang bei den zahlreichen Verletzten in den Krankenhäusern nach deren Befinden erkundigt hätten. Immer wieder skandierten die Kundgebungsteilnehmer vor dem streng gesicherten Rathaus "Sauerland raus" oder "Sauerland weg". Sie mahnten den Oberbürgermeister, dass es nicht nur um Strafrecht gehe, sondern auch um "moralische Schuld".
Vorwürfe wurden auch laut gegenüber den Einsatzkräften der Polizei. Die habe "zu 100 Prozent versagt", lautete die Meinung von Demonstranten. Gegen Ende der Kundgebung, zu der sich kein offizieller Vertreter der Stadt Duisburg blicken ließ, gedachten die Demonstranten in einer Schweigeminute der Toten und den Verletzten der Loveparade, die es nach Veranstalter- Angaben nach der Katastrophe in Duisburg nie wieder geben wird.