Die Deutschen haben verglichen mit ihren europäischen Nachbarn am häufigsten Urlaub. Wie aus einer am Mittwoch in Dublin vorgestellten Studie der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) hervorgeht, standen 2009 jedem deutschen Arbeitnehmer im Durchschnitt 40,5 bezahlte freie Tage zu. Im EU-Durchschnitt machte jeder Arbeitnehmer den Angaben zufolge 33,7 Tage frei.Damit gehört Deutschland zu den Urlaub-Spitzenreitern, dicht gefolgt von Dänemark (40 Tage), Italien (39 Tage) und Österreich (37 Tage). In Ungarn oder Bulgarien waren es Eurofound zufolge lediglich je 28 Tage. Die Zahlen beinhalten Feiertage sowie die vom Arbeitgeber gewährten Urlaubstage.
Insgesamt wurde 2009 in den EU-Mitgliedsstaaten weniger gearbeitet als im Vorjahr. Im Durchschnitt kam jeder Arbeitnehmer 39,3 Stunden in der Woche zur Arbeit. Davor waren es noch 39,6. Die Eurofound-Experten erklären sich den Rückgang der Arbeitszeit durch die Wirtschaftkrise und die Kurzarbeit in vielen Betrieben.
Laut Eurofound ist die Kluft zwischen Arbeitsstunden nach Vertrag und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit in vielen Staaten enorm. Die Briten machten danach die meisten Überstunden. Während eine 37,5 Stunden Woche arbeitsrechtlich vorgesehen war, wurde tatsächlich bis zu 3,3 Stunden länger gearbeitet. Im europäischen Vergleich waren die Deutschen auch bei den Überstunden vorne dabei. Bei einer Arbeitswoche von durchschnittlich 37,7 angesetzten Stunden, verbrachten die Deutschen 40,5 Stunden bei der Arbeit. In den Niederlanden sah es mit 2,3 Überstunden pro Woche ähnlich aus.