Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist mit seinem Vorschlag, die Rentengarantie zu kippen, beim Sozialverband VdK auf massive Kritik gestoßen. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher wies Brüderles Vorstoß am Montag "aufs Schärfste" zurück und drohte mit erheblichem Widerstand und öffentlichen Protesten. Der Minister hatte in der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) angekündigt, die Rentengarantie rückgängig machen zu wollen.Die von der Großen Koalition beschlossene Schutzklausel sorgt dafür, dass die Renten auch in Zeiten sinkender Löhne zumindest stabil bleiben. Ohne diese Garantie hätten die Renten im Westen 2010 um knapp ein Prozent gesenkt werden müssen.
Mascher hielt Brüderle vor, dass sich die Renten schon lange nicht mehr parallel zu den Löhnen entwickelten. Rentenkürzungsfaktoren wie der sogenannte Riester-Faktor sowie der Nachhaltigkeits- und Ausgleichsfaktor hätten dazu geführt, dass die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner zwischen 2004 und 2009 erhebliche Kaufkraftverluste hinnehmen mussten.
Die Rente sei kein "sozialpolitischer Gnadenakt des Staates". Sie sei vielmehr Lohn für die Lebensleistung der Menschen, die jahrzehntelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hätten, bekräftigte die VdK-Präsidentin.