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  Laura Chinchilla siegt bei Präsidentenwahl in Costa Rica

Mexiko-Stadt (epd). Costa Rica wird erstmals von einer Frau regiert werden. Laura Chinchilla (50) errreichte bei der Wahl am Sonntag (Ortszeit) rund 47 Prozent der Stimmen. Das gab die Wahlbehörde nach einer Teilauszählung der Stimmen bekannt. Damit ist kein zweiter Wahlgang erforderlich, da in dem mittelamerikanischen Land 40 Prozent der Stimmen für einen Sieg in der ersten Runde genügen.

Chinchilla, die der regierenden Partei PLN angehört, wird ihr Amt am 8. Mai antreten und steht für die Fortsetzung der liberal-sozialdemokratischen Politik des bisherigen Amtsinhabers Oscar Arias. Der Friedensnobelpreisträger durfte laut Verfassung nicht kandidieren.

Die Wahlen verliefen ohne größere Zwischenfälle. Die Wahlbehörde sprach von einem "beispielhaften Wahltag". Die Beteiligung unter den 28 Millionen wahlberechtigten Bürgern wurde von den Medien auf 68 Prozent geschätzt.

Der Wahlsieg Chinchillas fiel deutlicher aus als von den Umfragen vorhergesagt. Das beste Ergebnis unter ihren insgesamt acht Mitbewerbern erzielte der linksgerichtete Ottón Solís mit rund 25 Prozent der Stimmen, gefolgt vom rechtsgerichteten Otto Guevara mit 21 Prozent. Beide räumten ihre Niederlage gegenüber den Medien ein. Bei den letzten Wahlen vor vier Jahren unterlag Solís noch äußerst knapp gegen Arias, mit einer Differenz von 18.000 Stimmen.

Bei den gleichzeitig stattgefundenen Parlamentswahlen büßte die regierende PLN Sitze ein. Laut Hochrechnungen der Zeitung "La Nación" kommt die PLN auf 24 der insgesamt 57 Sitze und ist damit weit von der absoluten Mehrheit entfernt. Zu den Kommunalwahlen liegen noch keine Ergebnisse vor.

Chinchilla versprach in einer Rede vor Anhängern in der Hauptstadt San José, die Wähler nicht zu enttäuschen. Die frühere Vizepräsidentin hatte in ihrem Wahlkampf die Fortsetzung der bisherigen wirtschaftsfreundlichen Politik von Arias angekündigt. Dazu gehören das von ihm durchgesetzte Freihandelsabkommen mit den USA, Ökotourismus und die Profilierung des mittelamerikanischen Landes als Dienstleistungszentrum ausländischer Investoren.

Zudem versprach Chinchilla, Gesundheitsdienste, Erziehungswesen und Sicherheit zu verbessern. Costa Rica ist das stabilste Land Zentralamerikas, leidet aber unter steigender Kriminalität und wachsender Arbeitslosigkeit.





 
 

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