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  Ex-Kirchenpräsident Steinacker: Theologischer Dialog mit Muslimen bringt nicht weiter

Bonn (epd). Christen und Muslime sollten nach Ansicht des früheren hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker mehr über das Zusammenleben als über Theologie reden. Ein Dialog über zentrale theologische Fragen bringe nicht weiter, sagte Steinacker am Freitagabend in Bonn.

Über die unterschiedlichen Gottesverständnisse in Islam und Christentum könne es keine Übereinstimmung geben. "Wir werden uns darüber nicht einig werden", betonte der evangelische Theologe auf einem Symposium der Stadt Bonn sowie der Kirchen und des Rates der Muslime. Der frühere Kirchenpräsident hatte sich im Frühjahr anlässlich der Vergabe des Hessischen Kulturpreises mit dem Islamwissenschaftler Navid Kermani eine scharfe Kontroverse über die christliche Kreuzestheologie geliefert.

Steinacker forderte bei dem Symposium in Bonn für einen fruchtbaren Dialog eine unbedingte Integrationsbereitschaft sowohl der Migranten als auch der Deutschen. Er kritisierte die enge Anbindung vieler türkisch-islamischer Gemeinden in Deutschland an die türkische Religionsbehörde.

Der katholische Theologe und Islamwissenschaftler Christian Troll riet den Christen, sich auch für Andersgläubige zu interessieren, die Gott auf ihre Weise dienen wollten. "Die Herausforderung heute heißt, mit den Muslimen als Christen zusammenzuleben in einer Gesellschaft, die mehrheitlich vielleicht gar nicht mehr glaubt", sagte der Jesuitenpater. Troll warb dafür, dass vor allem die Multiplikatoren auf christlicher und muslimischer Seite mehr voneinander erfahren.

Die deutsche Gesellschaft sollte sich nach Ansicht der muslimischen Theologin Hamideh Mohagheghi nicht von Ängsten vor dem Islam beeinflussen lassen. Solche Ängste würden von Politik und Medien geschürt, kritisierte die aus dem Iran stammende Theologin. Wenn ein Muslim eines Tages Bundeskanzler werden wolle, sollte er nach der Qualifikation und nicht nach dem Glauben beurteilt werden.





 
 

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