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  Kirchen starten Hilfsaktionen in Vorweihnachtszeit

München/Bamberg (epd). Die Kirchen in Deutschland haben am Sonntag ihre traditionellen Adventssammlungen gestartet. In München wurde die Hilfsaktion "Brot für die Welt" von evangelischen Landes- und Freikirchen eröffnet. In Bamberg war Auftakt der katholischen Weihnachtsaktion Adveniat. Bischöfe riefen zum Engagement gegen weltweiten Hunger und Armut sowie zu konkreter Hilfe und Nächstenliebe auf.

Im ARD-Fernsehgottesdienst zum bundesweiten Auftakt der Spendenkampagne "Brot für die Welt" in München nannte der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich die Zahl von weltweit über einer Milliarde hungernden Menschen einen "traurigen Höchststand". Dies dürfe jedoch nicht zu Resignation und Hartherzigkeit führen. Angesichts der gegenwärtigen Probleme in Deutschland dürfe das Elend der Menschen in Entwicklungsländern nicht aus dem Blick geraten. Der Bischof bedauerte das Unvermögen, die Güter gerecht zu verteilen.

Die frühere Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) forderte, in der Entwicklungsarbeit nicht nachzulassen. Die Armen in der Welt seien nicht verantwortlich für den Hunger, die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie für den Klimawandel, sie litten aber am meisten an den Folgen. "'Wir brauchen eine Ökonomie, die dem Leben dient", sagte sie im Gottesdienst. Ausdrücklich würdigte sie die Arbeit von "Brot für die Welt" und warb um Unterstützung für das Hilfswerk. Es fördert mehr als 1.000 Projekte in rund 80 Ländern der Erde.

Die Direktorin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, erläuterte das Motto der Spendenkampagne "Es ist genug für alle da". Sie forderte ein neues Denken sowie mehr Respekt vor den Rechten und der Würde aller Menschen. "Wie wir wirtschaften, wie wir leben ist nicht zukunftsfähig", sagte die Pfarrerin. Die Zahl der Hungernden weltweit wachse ständig, natürliche Ressourcen würden ausgebeutet und die Erde vom Klimawandel gebeutelt.

In Bamberg eröffnete Erzbischof Ludwig Schick die traditionelle Weihnachtsaktion der katholischen Kirche. Im Mittelpunkt der "Aktion Adveniat 2009" mit bundesweit rund 100 Veranstaltungen stehe das Thema Armut, teilte das katholische Hilfswerk mit. Das Motto der Kampagne lautet "Den Armen eine gute Nachricht!". Am Beispiel Haitis, das als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre gilt, soll um Unterstützung für die von der Weltöffentlichkeit wenig beachteten Länder Lateinamerikas und der Karibik geworben werden.

End- und Höhepunkt der Aktion ist den Angaben zufolge die traditionelle Adveniat-Kollekte, um die an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands gebeten wird. Der Erlös der Kollekte kommt rund 3.500 kirchlichen Hilfsprojekten in ganz Lateinamerika und der Karibik zugute, hieß es weiter.

"Wir drängen darauf, dass es einen Schuldenerlass für die armen Länder gibt und geben nicht nach, bis die Entwicklungshilfe erhöht wird. Wir demonstrieren, dass der Klimagipfel in Kopenhagen ein Erfolg wird", so Erzbischof Schick, der gleichzeitig Vorsitzender der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Der Vorsitzende der Haitianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Louis Kébreau, sagte: "Wir brauchen eine Entwicklung, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt und über das Materielle hinausgeht".

Das Hilfswerk "Brot für die Welt" wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Diakonischen Werk in Stuttgart angesiedelt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Bei der Jubiläumskampagne zum 50-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr kamen den Angaben zufolge bundesweit rund 51,4 Millionen Euro zusammen.

Adveniat ist das Lateinamerika-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland. 1961 gegründet, wurden bislang mehr als 2,1 Milliarden Euro an Spendengeldern gesammelt. Die traditionelle Weihnachtskollekte mache knapp zwei Drittel der Spenden aus und sei damit zentrale Einnahmequelle, hieß es. Mit den Einnahmen fördert das Hilfswerk rund 3.400 Projekte in ganz Lateinamerika und der Karibik. Die Initiative Adveniat ist die größte ihrer Art in Europa.





 
 

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